Warum bilden wir Gruppen?

 

Ein Thema, das mich schon einmal beschäftigt hat, vor allem die Motivation, eine Gruppe zu gründen bzw. aus welcher Energie heraus sich Gruppen selbstständig bilden.
Hier lege ich meinen Focus auf Gruppen, aus einem gemeinsamen Geist heraus gegründet oder gebildet.
Ein sehr interessantes und – wenn ich mich tiefer darauf einlasse – sehr komplexes und weitreichendes Thema. Wobei ich jetzt nicht in die `Weite´ gehen möchte.
Angestoßen wurde es bei mir – das will ich nicht verschleiern – durch den Widerstand in 2 Facebook-Gruppen, deren Grundaussage – die Motivation – zwar klar ist, jedoch in näherer Betrachtung, gerade dort – auf Grund des Gruppenkontext – in dieser Weise einen Widerspruch für mich ergab. Es geht um Regeln, die nicht verletzt werden sollen.

Regeln sind m. E. der Kern, der einer Gruppenbildung zu Grunde liegt und mich deshalb aus meinem Kontext der bedingungslosen Liebe heraus die Frage stellen lässt: „Wenn ich (heute) Grenzen und Trennungen auflösen will – wenn ich die Freiheit der Menschen, deren Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung fördern und bedingungslose Liebe leben möchte, wozu erstelle ich dann wieder `neue Regeln´ ???“
Nun, ich verstehe die Begründungen, die da kommen und gekommen sind sehr gut.
Doch schaue ich mir das trotzdem genauer an – lasse mir das trotzdem klarer durch meinen Geist strömen, weil mein Gefühl mir sagt, dass da `mehr´ dahinter steckt...

 

 

Jede Gruppe hat ihre `eigenen´ Regeln. Wenn wir genau hinschauen, bilden sich Gruppen und Gruppierungen ja in erster Linie immer dort, wo zum einen mit anderweitig `gültigen Regeln´ nicht konform gegangen wird oder zum anderen wo einige Menschen (aus unterschiedlichen Gründen) ausgegrenzt werden.
Es wird eine `eigene´ Gruppe gegründet, um sich selbst mit `Gleichgesinnten´ frei und geschützt darin bewegen zu können. Hier stellt man dann ganz selbstverständlich auch `eigene Regeln´ auf. Nach dem Motto: „Hier kann ich tun und lassen was ich will, wem´s nicht passt soll gehen!“
Dass dies sehr kurzsichtig und aus einem tiefen (oft noch verborgenen) inneren Schmerz heraus geschieht, erkennen wir dabei (noch) nicht. Auch erkennen wir nicht, dass wir uns selbst ab- und eingrenzen.
Eine Gruppe ist ein `Raum´ in dem die `Mitglieder´ unter `Ihresgleichen´ sind. Konform in ihrer Meinung, Haltung, Sicht oder auch Krankheit uvm.

 


Warum brauchen wir diese Gruppen?
Sie sind `notwendig´, weil die Menschen in der `öffentlichen´ Gesellschaft immer noch in Schubladen denken und äußerst ignorant – ja oft sehr ignorant – sind, was die Sicht und Andersartigkeit mancher Menschen betrifft. Und dabei sind jene, die die Gruppen bilden leider oft nicht ausgeschlossen.
Die breite Ablehnung in der Gesellschaft gegen alles was nicht `der Norm´ entspricht , führt(e) zur Ausgrenzung und in Folge zur Gruppenbildung (meist von Minderheiten).
Die Andersartigen, anders denkenden, anders lebenden waren und sind immer noch `gezwungen´, sich zusammen zu schließen um sich zu stärken und sich zu behaupten.
Was jedoch in vielen Gruppen eben übersehen wird ist, dass sie selbst oft ignorant gegenüber der Sicht der Menge sind. Dass sie selbst die `Art und Weise´ der Anderen ablehnen.
Es gibt unendlich viele Gruppen und Gruppierungen – im Großen, wie im Kleinen. Selbst gegründete Unternehmen sind im weitesten Sinne Gruppen, in denen Menschen gemeinsam an einer Sache arbeiten.
Worin liegt der Grund, dass wir – oder mancher – selbstständig werden will? Der eigene Chef werden wollen? Unter eigener Regie arbeiten wollen?
Weil wir nicht mehr bereit sind uns den Regeln anderer zu unterwerfen …

 

 

Wenn ich in eine Gruppe eintrete, dann weil ich bei Gleichgesinnten nicht befürchten muss, eingeschränkt oder missverstanden zu werden. Jedoch ist vielen nicht klar, dass die Regeln in der Gruppe eben auch einfach nur Regeln sind.
Ich meine, wenn ich die einen Regeln ablehne und mich widersetzte indem ich eigene andere Regeln aufstelle … wo liegt da bitte der Unterschied.??
Es sind und bleiben Regeln ;-) Da beißt die Maus keinen Faden ab :-D
Doch das wollen wir dann nicht sehen, weil mit den eigenen Regeln fühlen wir uns wohl und sicher und es sind `Unsere´ und dagegen hat niemand etwas zu sagen :-/

 

Ja, Gruppen bilden sich schon im Kindergarten. Überall, wo ein gleiches oder ähnliches Verständnis besteht, schließen sich die Menschen zusammen – meist gegen ein paar Andere...
Häufig auch als Widerstand gegen die ablehnende Masse, aber auch um die eigene vermeindliche `Schwäche´ zu `schützen´ und zu stärken. Die Grundmotivation war und ist jedoch häufig immer noch die verborgene Ablehnung bzw. Abgrenzung dessen, was `da draußen´ geschieht.

 


Eine Gruppe bildet einen `geschützten´ Raum, wo der einzelne sein darf, wie er ist, sich zeigen darf → dem Thema – dem Verständnis der Gruppe entsprechend.
Und hier ist eben die Krux an der Geschichte, Denn auch wenn ich mich mit Gruppenbildung stärken will, grenze ich mich ein → ich nehme mich (weiter) aus dem ´großen Ganzen´ heraus. Ich schließe mich mit meinem `eigen´ Sein in der Gruppe ein und grenze andere in `Ihrem´ eigen Sein aus. Nach dem Motto: „Wer nicht für/mit mir ist, ist gegen mich!“

 


Ich möchte mit diesem Artikel darauf aufmerksam machen, dass wir da sehr eingeschränkt und kurz sehen und denken. Oder schlimmer noch – wie mir manchmal scheint – uns gar nicht damit befassen :-O

 


Heute, wo wir in einer Zeit leben in der wir uns über die vielfältige Trennung und ihren Schmerz, der uns trieb, bewusst werden – heute, wo wir uns bewusst verbinden (wollen) ist es m.E. an der Zeit, diese Ein- bzw. Aus- und Abgrenzung → auch DIESE Grenzen wirklich aufzulösen → nicht nur darüber zu reden!

 


Wenn ich nun die Gruppenbildung mit ihren eigenen individuellen Regeln im Kontext der bedingungslosen Liebe betrachte, frage ich mich einfach, wo hier die Bedingungslosigkeit ist? Besonders fällt mir das eben in gewissen Gruppe auf, die `angeblich´ aus diesem Kontext heraus wirken (wollen). Und damit meine ich nicht nur `virtuelle´ Gruppen im Internet, sondern auch Gruppen im `realen´ Leben...
Hochspirituell oder ehrenamtlich aus Nächstenliebe Arbeitende (jede in einem anderen Bereich), sind noch strenge Verfechter ihrer Regeln und Vorschriften, die bei genauer Betrachtung der Grundenergie, die ausgesendet werden will, entgegensteht...

 


Hier bildet jede `geistige´ Gruppe weiterhin eine `Begrenzung´ für jeden der darin haften bleibt. (Ganz besonders lässt sich dies in religiösen Glaubensgruppen beobachten).
Dennoch `brauchen´ wir die Gruppe um unser Selbstvertrauen, unsere Selbstsicherheit zu stärken und zu üben.
Was in Gruppen mit dynamischem Austausch hervorragend geschieht <3
Doch dürfen wir uns aber mit der Zeit auch aus der Gruppe heraus wagen. Unsere eigenen Grenzen erweitern und uns auch dem `Rest der Welt´ zeigen und vor allem schauen, was es `da draußen´ vielleicht FÜR UNS noch gibt, um zu wachsen und uns noch mehr zu erweitern …
Denn bleibe ich in einer (geistig-spirituellen) Gruppe haften, bleibe ich auch in meinem eingeschränkten Sichtfeld stecken.
Dies durfte ich selbst erleben und auch mehrfach beobachten. Solange wir uns an eine bestimmte Gruppendynamik festklammern und dabei immer noch ablehnen, was die Anderen außerhalb tun, sagen, denken, vertreten, ja, das häufig auch noch kritisieren, wird sich unser Wachstum, unsere geistige Entwicklung nicht allumfassend erweitern...

 

 

Dies geschieht erst, wenn wir aus (dem Schutz) der Gruppe raus treten und bereit sind, offen anzuschauen, anzunehmen und zu akzeptieren, dass es eben auch vielfältige andere Sicht-, Denk-und Handlungsweisen gibt und geben darf (schließlich willst auch DU in deiner Weise frei sein – deine `Weise´ frei leben können). ;-)
Denn tatsächlich ist es so, dass ich selbst mit meinem gesamten so Sein, wie ich bin erst vollkommen angenommen und gelassen werde, wenn ich eines jeden anderen Eigenart annehmen und/bzw. Lassen kann.
Das bedeutet nicht, mit allem konform zu sein, allem zuzustimmen oder alles `lieben´ zu müssen.
Ganz und gar nicht. Es bedeutet `nur´, dass ich allem Anderen, das nicht ich bin – nicht `meins´ ist, seine Daseinsberechtigung lasse und achte. Denn die selbe Achtung und Daseinsberechtigung möchte ich mir ja auch nicht nehmen lassen.

 

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Zusammenfassend → jede Gruppe stellt einen `geschützten Raum´ dar, wo man sich selbst stärken kann. Sich selbst sicher zeigen kann, bis man sein Selbst bewusst auch außerhalb zeigen und vertreten kann, aber auch gleichzeitig anderen den Raum offen halten um diese zu stützen.
Ziel einer Gruppe ist in meinen Augen, jedes einzelne Mitglied, jeden Teilnehmer solange Schutz und Sicherheit für die eigene Erfahrung und Entfaltung zu bieten, bis er aus sich selbst heraus auch `im Außen´ sicher (zu sich) steht... In diesem Kontext sind gewisse Regeln sinnvoll, weil sie dem Schutz einzelner dienen.

 

Es steckt noch sooo viel weiteres in diesem Thema, doch im Moment darf diese `Beleuchtung´ und Klärung genügen...

 


:-D Ich schreibe immer einfach alles so nieder, wie es sich in meinem Geist in Folge zeigt – sich aus dem (Gedanken)Fluss ergibt.
Mit ist auch bewusst, dass mancher meinen `Gedankengängen´ sooo nicht immer folgen kann. Wer jedoch nicht zwangsläufig versucht, die `Folgerichtigkeit´ mit dem Kopf zu verstehen, kann erkennen, worum es (mir) geht.
Was auch immer Du von mir zu lesen bekommst – letztendlich ist alles `nur´ meine schriftliche (Er)Klärung meiner Selbst, der Klärung meines Lebens, der Klärung des Lebens schlechthin.

 

und lasse Dich daran Teil haben... wenn du willst.

 


Warum auch immer ich diese `Erklärung´ heute dazuschreibe? Es wollte einfach mit dazu gegeben werden...

 


In Dankbarkeit für Dein individuelles Sein und deine Klärung <3

 

deine Monika Anasha

 

25.Mai 2017 – 7:31h