Du kannst hier ganz entspannt meiner Lesung lauschen oder auch gerne selbst lesen :-)

 

Wenn ein Streit entbrennt,
dann hat sich eine tief sitzende Wunde im Inneren `entzündet´!

 

Wir wissen oft nichts von diesen Wunden und wir erkennen auch oft unseren Verhaltensmechanismus daraus nicht.
Wir fühlen uns zwar verletzt, wenn wir etwas hören oder sehen, was uns schmerzt; doch erkennen wir nicht, woher der Schmerz wirklich kommt. Wir denken und glauben, der oder die andere hätten uns eben gerade verletzt...
Doch die Verletzung, die zu schmerzen beginnt, liegt viel tiefer – ist viel älter. Der andere `kratzt´ mit dem was er sagt oder tut `nur´ an der alten Wunde. Und wenn oft genug an dieser Wunde gekratzt wird, entzündet sie sich und beginnt zu brennen. Dabei entsteht der Funke, der den Streit im Außen entfacht. Das Fass läuft über und wir sind im Verteidigungs- und Schutzmechanismus gelandet ohne zu bemerken, ohne zu verstehen, ohne zu wissen warum und was gerade vorgeht...

Streit ist eine lästige, schmerzliche Sache und niemand will ihn. Verletzungen sind oft auch lästig und sehr schmerzhaft. Wo wir körperliche Wunden sehen, pflegen wir sie, damit sie heilen. Hier erkennen wir deutlich woher der Schmerz kommt, weil wir die Ursache ´sehen´.
Bei seelischen Wunden ist das selten der Fall. Das liegt daran, dass wir diese Wunden schon `bekommen´, wenn wir noch sehr klein sind. Wir selbst haben in diesem Lebensabschnitt noch keine Ahnung von (seelischen) Wunden und was sie bewirken. Und weil auch unsere Eltern zum größten Teil bisher nichts davon wussten, konnten sie die Verletzungen unserer Kinderseele nicht erkennen, geschweige denn verhindern oder heilen.
Wir waren alleine mit dem Schmerz in unserem inneren und konnten, ja durften ihn oft auch nicht `ausdrücken´ - ihn zu erkennen geben. So hat sich die Wunde vernarbt anstatt sich richtig zu öffnen und zu heilen. Sie wurde verdeckt, versteckt um den Schmerz nicht länger zu fühlen. Doch jedes mal – unser ganzes Leben hindurch – wenn irgendjemand diese Wunde `streifte´, tat sie weh – wurden wir daran erinnert – fühlten wir wieder den Schmerz. Und das passierte viele, viele Male in unserem Leben und wir versuchten uns zu schützen, uns zu verteidigen → wir verhärteten, indem wir versuchten, den Schmerz immer stärker zu unterdrücken, zu ersticken.. Wir haben Angst vor dem Schmerz, weil wir nicht wissen wie wir mit ihm umgehen sollen. Wir tun alles um diesen uns unbekannten ursächlichen Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen. Dabei werden viele sehr aggressiv – oft schon gereizt, wenn sie nur annähernd spüren, dass `ihre´ Verletzung in Gefahr gerät entdeckt und aufgerissen zu werden.
Andere wiederum verfallen in ein stilles, tiefes Loch. Sie ziehen sich zurück,um nicht `entdeckt´, gesehen zu werden in `ihrem´ Schmerz...

 

Beide Mechanismen sind mir bestens bekannt. Beides habe ich sehr gut `beherrscht´. Die aggressive Art, wenn ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste...
Die passive Art – den Rückzug, wenn der Schmerz schon spürbar war und ich ihn dann niemandem zeigen wollte... Wie eben ein verletztes Tier, das sich zurückzieht um seine Wunden zu lecken. Oder ein anderes, das aus Angst vor neuer Verletzung angreift → sich verteidigt...

 

Erkennst DU Zusammenhänge in deinem Leben – deinem Verhalten?

 

Der springende Punkt ist, gleich gültig was wir alle bisher geglaubt haben:
Wir wurden schon in unserer Kindheit tief verletzt. Die meisten unserer Wunden haben wir uns in den ersten 3 Lebensjahren zugezogen. Bis 6 Jahre sind die Prägejahr im Leben des Kindes. Danach wird alles `nur´ noch vertieft durch all das was wir im Laufe unseres Lebens an Erlebnissen und Ereignissen `erfahren´.
Wir selbst können keinen Erwachsenen mehr verletzten. Auch unsere Kinder können uns selbst nicht verletzten!

 

Die einzigen Wesen, die wir wahrhaftig und Tat-sächlich verletzen (können), sind unsere Kleinstkinder!
Der Säugling kommt `unbeschadet´ (jetzt ungeachtet dessen, was die Seele aus anderen Inkarnationen mitbringt) hier in den `Schoß´ seiner Familie. Allein durch die `Trennung´ bei der Geburt und wie lange er von der Mutter danach `getrennt´ wird, erleidet der Säugling schon die erste tiefe Wunde!
(Trennungsschmerz → Verlustangst)
Wenn diese Wunde danach nicht von der Mutter durch ihre uneingeschränkte beständige Nähe und Wärme geheilt wir, zieht sie sich durchs ganze Leben → vertieft sich mit jeder weiteren, auch nur kurzen Trennung von der Mutter...

 

Das Kind kann nicht alleine schlafen. Es braucht immer Sichtkontakt zur Mutter. Das Kind will nicht in den Kindergarten. Es kann und will einfach nicht `alleine´ sein.
Das drückt sich heute oft sehr deutlich aus in dem das Kind ständig weint, schreit, später sogar aggressiv wird, wenn es in den Kiga `abgeschoben´ werden soll...
Hier wird uns (eigentlich) sehr deutlich gezeigt, dass das Kind eine sehr schmerzhafte Wunde mit sich trägt!

 

Schaust du dir diese Wunde an, wenn dein Kind sooo deutlich darauf hinweist?

 

Doch bei den `stillen´ Kindern wird diese Wunde oft nie bemerkt. Sie machen nicht darauf aufmerksam sonder leiden heimlich darunter – meist, um niemanden damit zu belasten. (Das ist meinen eigene Erfahrung und Erkenntnis aus meinem `Leiden´)
Da wir (leider) in einer Gesellschaft aufgewachsen sind und leben, in der stille, ruhige Kinder bevorzugt und geschätzt wurden die `Frieden geben´, und wir das vielfach (an)trainiert haben, ist man oft auch froh, ein stilles, braves, `unauffälliges´ Kind zu haben. Seine Wunde ist jedoch genauso tief und schmerzhaft!

 

Bemerkst DU es, wenn dein Kind still wird? Schaust du nach, ob es `Schmerzen´ hat?

 

Wenn die Wunden in frühkindlichen Jahren entstehen und nicht heilen dürfen und/oder können, werden sie über die Lebensjahre durch äußere Umstände, Einflüsse und andere Menschen immer wieder berührt . Diese Berührungen schmerzen. Wenn die Berührung häufiger oder `rauer´, heftiger ist, reißt die Wunde auf und schmerzt `tiefer´. Wenn dies passiert, glauben wir dann , der andere (oder was eben gerade passiert) habe uns gerade in diesem Moment verletzt.
Das ist ein folgenschwerer Irrtum, denn wir gehen in diesem Moment in die Trennung zu unserem Schmerz – und zum `Schuldigen´ indem wir den anderen (oder oft irgendjemanden) dafür bestrafen (wollen).

 

Wie oft in deinem Leben hast DU dich verletzt oder auch nur beleidigt gefühlt, weil irgendjemand scheinbar belanglos ein paar Worte oder Sätze gesagt hat?
Wie oft davon waren `diese Worte´ noch nicht einmal an dich persönlich gerichtet?

 

Ich stelle gerne solche Fragen, weil sie uns aufmerksam machen. Aufmerksam auf das `Dahinterliegende`!

Wir streiten uns viel zu oft (m.E. immer) aus dem selben Grund.
Weil wir unsere tief liegenden Wunden unbewusst zu schützen suchen → weil wir den Schmerz nicht wieder fühlen wollen, der darin steckt. Dazu verteidigen wir uns gegen alles und jeden, der oft gar nichts dafür kann. Der gar nichts davon weiß...
Wenn wir nun (an)erkennen, dass wir diese Verletzungen – den Schmerz – schon Jahre – Jahrzehnte in uns verborgen mittragen, können wir uns dem anderen aufrichtig öffnen → ihm sagen: „Das löst Schmerz in mir aus → reißt eine Wunde in mir auf“.
Doch das ist eigentlich gar nicht nötig, den anderen davon in Kenntnis zu setzten...
Viel wesentlicher ist dabei, es für DICH selbst zu erkennen und hinzuschauen → hinein zu fühlen. Den Schmerz endlich anzunehmen – zu `durchfühlen´ ! Anstatt ihn weiter zu geben, ihn weg haben zu wollen. (Er beleibt ohnehin an dir kleben, bis du ihn annimmst).

 

Wir kämpfen so oft und oft ein Leben lang mit bzw. gegen unseren Partner, die Kinder und vielen anderen Menschen, weil sie uns vermeidlich verletzten.
> Dabei kämpfen wir nur gegen den Schmerz IN uns! <
Lass deinen Schmerz einfach DA sein, wenn er kommt. Bekämpfe ihn nicht. Und um Gottes Willen nicht in deinem Kind oder Partner. Auch nicht stellvertretend in deinen Eltern,denn sie alle sind auch `nur´ selbst verletzte Kinder, die nie heilen durften/konnten. Auch wenn deine Wunden durch das Verhalten deiner Eltern entstanden sein mögen (was nicht immer der Fall ist), Sie wussten genauso wenig davon, wie du, als du deine Kinder `verletzt´ hast...

 

Wir haben es ALLE getan. Aus unseren eigenen unbekannten, unerkannten Verletzungen heraus haben wir unsere Kinder verletzt – und tun es immer noch viel zu oft und unbewusst !!

 

Doch wenn Du nun einen Schuldigen suchst oder dich selbst schuldig fühlst – Wo soll die Urschuld zu suchen sein???
Wichtiger – essentieller ist in diesem Moment, dass Du erkennst, was jetzt in dir zugrunde liegt, was die Ursache für deinen Schmerz ist – nicht die Ursache für die Verletzung. Und das ist der entscheidende Unterschied – der große Irrtum, der bisher nie zu einer Lösung geführt hat.
Wir haben immer in unserem Leben die Ursachen, die Schuldigen für die Verletzungen gesucht und gestraft und konnten trotzdem unseren Schmerz nicht mildern oder heilen. Aus dem einfachen Grund, weil der Schmerz nun mal nicht heilen kann, indem ich anderen Schmerz zufüge!
Ich versuchte meinen Schmerz loszuwerden, indem ich ihn anderen zufügte. Damit habe ich den Schmerz in dieser Welt potenziert!
Wir alle haben den Schmerz auf diese Weise vermehrt, weil unser Schmerz soo nicht heilen kann sondern sich erweitert im anderen...
Mein Schmerz kann nur heilen, WENN ICH IHN FÜHLE !

 

Nehmen wir den Schmerz zu uns zurück. Lassen wir den Schmerz bei uns. Werden wir uns unseres Schmerzes endlich bewusst. Nehmen wir unseren Schmerz endlich bewusst wahr, anstatt ihn zu verdrängen und an andere weiter zu geben!
Hören wir auf unseren Kindern unseren Schmerz zu übertragen indem wir ihn endlich selbst fühlen und heilen...

 

Fühle den Schmerz, wenn eine Wunde sich in dir entzündet und brennt und lasse jenen außerhalb `im Frieden´damit, der ihn dir nur `zeigt´.
So heilst du deine Wunde aus und auch die jedes anderen kann mit heilen, weil du all den Schmerz, den du weitergetragen hast, in diesem Moment zu dir zurücknimmst :-) <3
SO geschieht Heilung und Frieden in Dir und in unserer Welt → SO tragen wir Frieden in unsere Welt – anstatt des Schmerzes ;-)
Wenn wir – ich Du – beginnen, unseren eigenen Schmerz zu erkennen – zu fühlen und zu heilen <3

 

So entbrennt kein weiterer Streit mehr – kein `neuer´ Schmerz wird ausgelöst – das brennen des Feuers in dir wird nicht geschürt sondern besänftigt und gelöscht → erlöst...

 

Lass dich auf deinen Schmerz ein, auf all deine Gefühle...
Der Kampf da draußen in deinem täglichen Leben ist der Kampf in deinem Inneren gegen deinen tief sitzenden Schmerz, der gefühlt werden will – der Kampf gegen all deine Emotionen, die gefühlt werden wollen...
Nimm es wahr → erkenne es → und du kannst aufhören zu kämpfen und fühlen → einfach nur fühlen → und heilen …

 

In tiefer Liebe und Dankbarkeit für dein Fühlen und Sein
Deine Monika Anasha
14.April 2017 – 8:05h


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