Die Unruhe meines Kater´s - in mir...

Boahh, ich bin grad sowas von innerlich geladen und genervt.
Und ich wusste nichts davon, bis unser Kater mit seiner Unruhe auf meinem Schoß diesen Gefühlen Tür und Tor geöffnete hat.
Seine Unruhe, die Ungeduld und `Anhänglichkeit´, die er seit kurzem wieder eindringlich an den Tag legt, hat mir schon länger gezeigt, dass da etwas im Busch ist, jedoch habe ich es zwar `registriert´, aber mich nicht näher damit befasst. Klar war mir aber, dass ich irgendwo (mit ihm) etwas verdränge....
Heute nun – er suchte ja förmlich ständig nach mir – drehte er wieder unruhig nach Aufmerksamkeit lechtzend und Kuschelkontakt suchend auf meinem Schoß `seine Runden´.
Mir war sofort klar, dass er meine innere Unruhe spiegelte, die ich in diesem Moment auch deutlich in mir wahr nahm. Mir wurde dabei auch gewahr, dass sie schon Tage lang in mir brodelt – dass ich mein Herz zb. schon öfter `dringlich´ hämmernd wahrgenommen habe ohne zu erkennen, was dahintersteckt. -
Ich versuchte wieder, mich und den Kater zu beruhigen indem ich mich dem `ruhig sein´ hinzugeben versuchte :-D Dachte, wenn ich ruhig sitze und ihn nicht animiere/streichle, legt er sich hin und schläft endlich! :-P Weil er gerade wenn ich ihn streichelte oder berührte, erst recht aufstand und mehr wollte. :-) Und ja, während ich das schreibe, wird durch die Worte – die Be-schreibung völlig klar, dass das Gefühl in mir nach dieser Aufmerksamkeit, dieser Berührung `verlangte´- lechtzte...
Durch die so hervorgebrachte Unruhe mit dem Drälngen des Katers verstärkte sich natürlich das Gefühl in mir und weil ich wieder versuchte, sie/mich/es zu beruhigen, wuchs nun Ärger und auch Wut:
„Ich bin doch ruhig! Warum legst du dich nicht endlich hin und gibst ruhe? Verdammt – du nervst – das regt mich auf!“ Schrie es in mir...

Ja, die Unruhe, Ungeduld, der Ärger und die Wut gesellten sich zusammen – formiertens ich in mir und ich war in dem Moment sehr erschrocken...
Jetzt … jetzt konnte ich es/Sie (endlich) nicht mehr ignorieren. Doch bevor ich nach Außen explodierte, was sich gerade anbahnen wollte, setzte ich den Kater vor die Tür und setzte mich mit meinen Gefühlen `an den Tisch´.

Unruhe, Ungeduld, Ärger, Wut – es gesellten sich noch Frustration dazu und am Ende tiefe Traurigkeit.
Worüber???
Über sooo vieles, das da gerade passierte – nicht einzeln zu definieren – aber mehr noch über das was noch nicht passiert !
Meine eigene `Unfähigkeit´ meinen Platz einzunehmen, bzw. endlich so zu wirken, wie ich glaube, dass ich wirken soll :-O
Wow – die geballte Ladung an Gefühlen versammelt sich hier in mir …
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Das Gefühl, dass an meinem Denken und Glauben irgendetwas nicht stimmt, kommt auch (wiedermal) mit hoch!
Ist es denn wirklich so? Soll ich denn wirklich `SO´ wirken, dienen, arbeiten, wie ich mir das vorstelle?
Oder lässt mich nur wieder die Angst zurückhalten und zweifeln?
Halte ich mich an dem Zweifel fest, aus Angst vor meiner größer werdenden Wirksamkeit?

Es frustriert mich zum einen, nicht `in die Gänge´ zu kommen, obwohl ich es sooo sehr will und fühle, und es fühlt sich auch irgendwie – ja es ist aussichtslos, auf Antwort zu hoffen und zu warten, weil ich es erst erfahre, wenn ich es einfah tue... es einfach ausprobiere...

„Ich werde erst wissen ob die Brücke hält, wenn ich sie betrete!“

:-O Ohhh – der Satz triggert ….

Eine `Seilbrücke´ über eine tiefe Schlucht zu betreten ist schon in meiner Vorstellung eine schier unüberwindliche Herausforderung ! :-O Phuuuh...

Kennst du das Gefühl?
Du stehst vor einer scheinbar schweren Herausforderung und hast schon gefühlt unendlich viele Anläufe gemacht, die Hürde zu nehmen?
Wie oft in den letzten 2 Jahren habe ich schon vor dieser Brücke gestanden. Habe auch schon einige Schritte darauf gemacht, aber bin dann wieder zurückgetreten, hab mich `versteckt´, andere `Wege´ gesucht …
`Heute´ stehe ich wieder vor dieser Brücke, weil es keinen anderen Weg gibt – ja, dieser ist mir bestimmt! Er bescheibt meine größte Angst und ich weiß, dass mir nichts anderes bleibt, als ihn zu gehen...
Diesen Weg – diese tiefe Schlucht zu überwinden – auf dieser schwankenden `Hängebrücke´.
Ich weiß, dass die Ruhe und der Frieden in mir erst dann `meinen Raum´ erfüllen werden/können, wenn ich dieser Angst folge!!
Es ist wirlich verrückt, wie sehr wir uns winden und nach `Auswegen´ suchen, obwohl wir doch tief in uns spüren, dass der einzige Weg genau `mitten durch´ geht...

Ich kenne meinen Platz, ich kenne meine `Bestimmung und doch habe ich `gehofft´, dass ich sie `anders´ leben könnte, als sie gelebt werden will...

:-) Die Aufgabe besteht darin, auf zu geben !
Die Hoffnung aufzugeben, dass es `anders´ geht, dass es ohne die Angst geht...
Die Aufgabe besteht darin, sich hin zu geben !
Dich der Angst hinzugeben und mit ihr – sich von ihr führen zu lassen...
Meine Aufgabe besteht nun darin, mit meiner Angst den Weg über diese tiefe Schlucht auf dieser schmalen Hängebrücke zu gehen. Und die Angst sorgt dafür, dass ich gewiss nicht aabstürze, weil sie mir mit Achtsamkeit und einer erhöhten Wahrnehmung dient. :-)

Hier öffnet sich gerade etwas … Ich merke/spüre, dass ich keine Angst davor habe, abzustürzen oder zu fallen - - -
Es ist mehr die Angst vor den `Turbulenzen´, dem schaukeln, dem …
Es ist die Angst, den festenBoden unter den Füßen zu verlieren – die `Sicherheit´. Eine Scheinsicherheit...
Und hier schließt sich der Kreis zu meiner inneren Unruhe...!
Der Verstand hat das innere Alarmsystem ausgelöst und es läuft jetzt auf Hochturen um mich aufzuhalten – mich auf sicheren Boden zu halten...
Hieraus zeigte sich eben die Frustration und Ungeduld, der Ärger und die Wut, weil in mir alles stetig weiter `gewachsen´ ist und sich entwickelt hat und danach drängt, weitergegeben zu werden → den Weg endlich zu nehmen um sich/mich auszuweiten....

Monika Anasha
17. April 18

 

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