Angst vor dem Durchbruch ins Licht

 

Ich habe einen Widerstand gegen den Fluss meines Lebens! - Das ist meine morgendliche `Erkenntnis´ auf die ewige Frage, was mich denn immer noch davon abhält, richtig `raus´ zu gehen – auch Geld, vielleicht viel Geld mit meinem `Tun´ zu verdienen.
Ich habe Angst, `davongerissen´ zu werden! Ich habe Angst, entwurzelt – wider entwurzelt zu werden...
Diese schon lange vorhandene Frage hat mir unterschwellig schon öfter reflektiert, dass ich es (zur Zeit) mehr schätze, daheim zu bleiben. Im `geborgenen´, gewohnten Umfeld zu ruhen, ja mich in meiner Höhle fast schon zu verstecken...
Doch genau das ist es, was mich auch fragen ließ, denn ich bin sehr gerne unter Menschen. Sehr gerne in Kontakt – in Kommunikation mit Menschen. Ja, natürlich wohlgemerkt mit gleichgesinnten, interessierten, suchenden Menschen (wie ich).
Doch hier erkenne ich auch wieder die Angst vor der Größe – der eigenen Größe und der Weite all dessen was daraus entstehen möchte. Eine Facette dieser Größe ist es, dass Bewegung in Form von `viel unterwegs´ sein (in nicht vertrauten `Gewässern´) in mein Leben kommt.
Und hier liegt der Hase im Pfeffer (woher, zum Geier, kommt eig. dieser Spruch?)und niest kräftig! Sagt mir, dass das ruhige Leben, das ich mir (endlich) so schön erschaffen habe und auch lange ersehnt hatte, vorbei sein wird. Es führt mich aber auch zu der nächsten sehr berechtigten Frage: `Wollte ich denn nicht wieder mit mehr Menschen in Kontakt treten, Verbindungen eingehen, auf Kongressen sprechen und ja, auch Vortragsreisen unternehmen???
Ja, DAS ist es, wo es mich hinzieht. Nicht an einen bestimmten Ort. - Oh ja, ich möchte schon mein Hauptdomizil an einen `angenehmeren´ wärmeren Ort verlegen, aber der Wohnsitz ist nicht Priorität meines Leben. Priorität in meinem Leben hat nun mal mein Sein und Wirken – der Ruf in mir – meine BeRUFung zu leben. Und dies ist und findet immer dort statt, wo ich gerade bin. Wo auch immer das sein mag...
Warum habe ich dann solche Angst vor dieser `Unruhe´, vor einer Entwurzelung, wo meine inneren Wurzeln doch inzwischen tief und stark sind?
Nun, diese Angst hat ihren Ursprung in der zum Teil nie wahrhaft vorhandenen bzw. Ent-Wurzelung während meiner Kindheit. In meinem Familiengefüge konnte ich von Geburt an keine (inneren) Wurzeln schlagen. Das war mir vielfach verwehrt. Mit 7 Jahren (in der 1. Klasse) begann meine vielfache Entwurzelung dann im Außen mit einem Umzug. - Neue Schule, neue Menschen, neue Energien, neue Umgebung – alles Fremd, wo vorher schon nichts vertraut war...
Das ging über die 9 Schuljahre mit insgesamt 6 Umzügen weiter. Schule selbst hat mich nie interessiert und dass meine `Leistungen´ auch auf Grund der `Wanderschaft´ nicht besonders waren ist nicht verwunderlich. Trotzdem habe ich in den letzten beiden Schuljahren mit großer Selbstdisziplin einen guten 2er Quali hingelegt. :-/
Nun, auch nach der Schulzeit endeten die Umzüge mit meinen Eltern nicht. Erst mit meiner ersten Partnerschaft (in der meine Kinder zu mir kamen), fand ich wenigstens für 10 Jahre scheinbaren Halt. Darauf folgte mein Umzug an einen Ort, wo ich mich zum ersten mal in meinem Leben `zu Hause´ gefühlt habe. Angenommen, geachtet und geschätzt... In Verbindung und im Kontakt mit den Menschen dort. <3
Vor 7 Jahren zog ich mich dann aus dem Außen – aus diesem Umfeld selbst zurück und habe meine inneren Wurzeln gesucht, gefunden und endlich auch wachsen lassen.

 

Nun steht (seit 2 Jahren eigentlich schon) der Schritt weiter nach draußen an, bzw. jetzt kurz bevor und heute werde ich wieder auf diese Angst aufmerksam gemacht. Doch sie hat mir heute viel erklärt im Rückblick auf den Verlauf meines bisherigen Lebens und die begonnene Ent-wicklung.
Ich fühle mich endlich in mir fest verwurzelt. Und die Angst, durch die Bewegung und die sicherlich dabei entstehende Reibung im Außen wieder entwurzelt und verletzt zu werden ist klar nachzuvollziehen.
Angst ist eine Kopfsache, aber trotzdem nicht zu verleugnen, auch wenn ich im inneren `weiß´, dass mich nichts mehr so tief verletzen und entwurzeln kann, ist der Kopf ob des Erlebten einfach nicht sicher.

 

Meine Situation gerade ist wie bei einem gekeimten Samenkorn das zwar längst gut verwurzelt ist, aber kurz vor dem Durchbruch, aus der Erde ans Licht, sich immer noch duckt. Es hat statt dessen viele `Ausläufer´ im geheimen `ausgelegt´, mit denen es sich indirekt ans Licht gewagt hat, doch seinen Haupttrieb hält es zurück.
In der Übersetzung für mein Leben zeigt sich das sehr schön: Ich zeige mich vorzugsweise im kleine und an vielen Stellen indirekt und unauffällig mit meinem Sein und Wirken (auf meiner Website, YouTube und Facebook), lasse dabei aber meine Energie in viele kleine Kanäle fließen und halte damit meinen `Hauptstamm´ klein – mein Hauptanliegen zurück, wodurch es unbemerkt bleibt...Ich halte mich immer noch `bedeckt´.

 

Ich zeige mich den Menschen in Maßen, obwohl mein Haupttrieb in mir drängt, sich endlich zu seiner vollen Größe zu entfalten und den Menschen in Massen zu zeigen.
Warum? - Das kann ich nicht sagen. Es ist nun mal mein tief in mir verwurzelter Antrieb...
Woher kommt solch ein Antrieb – DEIN Antrieb – das zu tun, was du tust? Der Antrieb in uns allen, das zu tun, wozu es in uns drängt?
Warum wollen wir das wirklich so genau definieren? Oder was in uns will das so genau wissen?

 

Man könnte nun sagen, der Antrieb kommt aus einem Bedürfnis – zb. die Welt verändern zu wollen, Menschen helfen zu wollen, sie erwecken zu wollen oder was auch immer... Dies sind jedoch m.E. alles Bedürfnisse eines noch verwundeten Egos.

 

Doch der tief in dir wurzelnde Antrieb ist der selbe, der das Samenkorn antreibt zu keimen und zu wachsen und sich zu seiner vollkommenen Größe auszubilden, die in ihm angelegt – ihm bestimmt ist... Da ist kein Wille, da gibt es keinen Grund, das ist nur der ganz natürliche Entfaltungsdrang des puren Lebens und der bricht sich im natürlichen unverletzten Verlauf einfach Bahn <3
Es genügt – bei Gott – dass wir diesen Antrieb tief aus unserem Innersten heraus endlich spüren und einfach wissen, dass er gelebt werden will und auch gelebt werden darf...
Fragen nach dem warum und wie stellt wir nur im verletzten Zustand – mit dem Ego-Verstand ;-)

 

Meine Angst vor erneuter Entwurzelung ist damit entmachtet, dass ich in den letzten Jahren sehr gut `gelernt´ habe, auf mich selbst zu achten. Die Signale im Innen wie auch im Außen zu erkennen und zu beachten und auch nicht mehr bereit bin – mir erlaube – nicht mehr über mein Wohlbefinden hinaus zu gehen.
So kann ich mich in den Fluss meines Lebens getrost begeben, mich ihm hingeben, weil ich die Zeichen etwaiger `Überforderung´ schon im Ansatz erkennen kann und mir jederzeit `erlauben´ kann, mich `ans Ufer treiben zu lassen´ und zu ruhen :-)

 

Die Angst hält uns nur solange klein und zurück, solange wir nicht erkennen, woraus sie `erwachsen´ ist. Doch es liegt immer auch an unserer individuellen, aktuellen Entwicklungs-`Weite´, wann wir ihren Ursprung erkennen können. Bereitschaft hat dabei auch eine tragende Rolle. Aber nicht die Bereitschaft im Kopf (diese ist Ego-gesteuert), sondern die innere Bereitschaft, die aus unserer Ent-wicklung und Verwurzelung in uns selbst erwächst. Dadurch zeigen sich die Ursprünge unserer Ängste und Blockaden fast `selbstständig´ und lassen sich lösen.
Das ist meine Erfahrung aus meinen letzten 7 Jahren über mein ganzes Leben.

 

Alles hat seine Zeit ….

 

in tiefer Dankbarkeit
eure Monika Anasha
7.Mai 2017 – 9:45h