Ein Muster hat sich aufgelöst

 

Es ist schon interessant. Gerade lese ich mir einen meiner Artikel durch, um ihn zu überarbeiten und zu aktualisieren, (ich möchte mich endlich auf die öffentliche Anfrage eines Online-Magazins melden, um dort meine Beiträge zu veröffentlichen) – mein Problem ist es ja noch, in die Öffentlichkeit zu treten...

Nun, ich habe gerade beim lesen meines Textes einen Gedanken aus dem `Hinterkopf´ registriert und musste erstaunt feststellen, dass diese Gedanken wie aus dem Hinterhalt kommen, um mich davon abzulenken - mich etwas anderem zu zuwenden... Etwas amüsiert stelle ich fest, dass dieser `Versuch´ nicht mehr greift. Genau so hat meine „was auch immer“ in mir, mich schon viel zu oft zurückgehalten, abgelenkt. Abgebracht von meinen eigentlichen Vorhaben. ES hat mich immer wieder auf den `sicheren Boden´ zurückgeholt.

Inzwischen erkenne ich dahinter die Unsicherheit und Angst meines inneren Kindes, beim Auftritt ins Außen zurückgewiesen, verkannt oder auch übersehen zu werden. Auch das immer erfahrene zurechtgestutzt bzw. ausgebremst zu werden, leuchtet auf.

Es sind Erfahrungen, die mich verletzt und klein gemacht haben. Mich unsicher werden ließen. Mich dazu verleitet haben, mich nicht mehr offen zu zeigen.

Ja, sie haben mich dazu verleitet, mich vor der Öffentlichkeit und der Gesellschaft zu verstecken, da diese mich so, wie ich war und sein wollte, nicht erkannt hat und mich ständig gebremst und gehindert hat, mein innerstes bestreben zu zeigen. Ich habe durch diese Erfahrungen auch nie wirklich irgendetwas richtig `fertig´ gebracht/gemacht. Wenn ich zu Anfang noch jede Menge Ideen und Impulsen folgen wollte, verlor ich schnell das Interesse. Zu anstrengend und unsicher schien der `Erfolg´ dabei. Irgendwann habe ich kaum bis gar nichts mehr aus mir selbst gewagt.

In der Überzeugung, ich schaffe es ja doch nicht, es ist zu langwierig, es interessiert ja niemanden, es ist nicht wichtig, dazu hab ich nicht genug Zeit...

Ja, nicht genug Zeit, es im Detail auszuarbeiten, weil Ergebnisse gefordert sind. Hier fällt mir eine Situation aus der Grundschule ein. Ich war als Kind beim zeichnen und malen immer sehr detailgetreu. Im `Zeichenunterricht´ also malte ich ein Bild mit einem Laubbaum. Mit Hingabe malte ich jede Menge Äste, Zweige und natürlich auch die dazugehörenden Blätter schön einzeln an die Äste.

Bis mich die Lehrerin maßregelte, dass ich mit diesen Details die Zeit verschwende, dass ich mich damit nicht aufhalten solle, weil dazu keine Zeit wäre. Ich solle sehen, dass das Bild fertig wird. - Wenn die Forderungen des Schulplans nicht in der angegebenen Zeit erfüllt wurden, gab das schlechte Noten...

Nun, das war in der 1. Klasse und da gab es noch keine Noten, doch die Botschaft war eindeutig. - Ich durfte mein Bild – meinen Baum – nicht malen wie ICH ihn sah. Es war nicht von Interesse, was ICH konnte, was ich erkannte und zeigen wollte...

Mit anderen Worten, ich wurde angehalten, oberflächlich zu arbeiten, damit ich die Zeitschleife nicht überschreite.

 

Dies ist ein sehr prägendes Erlebnis gewesen, das erheblich dazu geführt hat, dass ich mich mein Leben lang unter Zeitdruck fühlte und so vieles erst gar nicht `in Angriff´ nahm, weil mir die Zeit für genauere Ausarbeitung `fehlte´.

 

Mit der gleichen Lehrerin hatte ich noch ein anderes Erlebnis der Unterdrückung meines Empfindens und meiner Kreativität.

Forderungen erfüllen!!

Ein Bild mit Wasserfarben soll gemalt werden. Ich zeichnete immer am liebsten mit Bleistift oder Buntstiften. So fing ich an, eine Katze zu skizzieren. Ich war wieder versunken und war voller Freude über meine gelungene Zeichnung, bei der ich das getigerte Fell der Katze wunderbar mit dem Bleistift schraffiert hatte. Für mich war sie perfekt, die Zeichnung des Felles sah man sehr schön und ich wollte sie absolut nicht mehr mit Wasserfarben `zerstören´.

Doch die liebe Lehrerin forderte mich nachdrücklich auf, meine Katze mit den Wasserfarben `auszumalen´, da dies der Lehrplan für diese Zeichenstunde vorschreibe.

Ich weigerte mich erfolglos und malte mehr resigniert als wütend meine Katze schwarz aus.

Sie war, wie ich vorher schon wusste, ruiniert. Die `Zeichnung´ der Katze war nicht mehr zu sehen. Die `Ränder´ nicht mehr `sauber´, da ich nun mal nicht so toll mit dem Pinsel umgehen konnte bei so feinen Sachen und überhaupt.

 

Es ist nicht schwer nachvollziehbar, dass sich ein Kind bei solchen Ein-drücken zurück zieht, sich duckt und klein bleibt und nur noch tut, was von ihm erwartet wird.

Hier kommt noch erschwerend hinzu, dass ich mich auf Grund unserer familiären Strukturen ohnehin schon sehr anpasste und nicht wagte zu widersprechen, geschweige denn, mich zu widersetzen...

Dadurch war ich zu sensibel und zu `schwach´, mich gegen diese Unterdrückung zu wehren und habe mich arrangiert. Mein Leben lang. Und wenn ich nun auch schon vieles erkannt und so manches gelöst habe, `stolpere´ ich immer wieder noch über solche Gedanken aus dem Hinterhalt, die mich zu Fall bringen können. Die mich gelegentlich erfolgreich dazu verleitet haben, mich in mein Versteck zurück zu ziehen, oder verhindern, dass ich mich `raus´ wage...

 

Mit jedem Mal, wo ich Es erkenne, komme ich einen Schritt weiter in meiner Ent-wicklung und löse diese alten, aus irrtümlichem Glauben entstandenen Verhaltensmechanismen und die damit einhergehenden Glaubenssätze und Überzeugungen auf, indem ich mich bewusst dem zuwende, was ich in meinem tiefsten Inneren verborgen hatte und nun endlich aus mir selbst heraus verwirklichen möchte...

 

In diesem Wort steckt das `wirken´ mit drin... Ver-wirk-lich-en.

 

Ich bin auf dem Wege, mich selbst zu verwirklichen – mein Selbst aus dem Innersten `wirken´ zu lassen.

 

Es ist ein Wunder-voller Weg und sehr erfüllend. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man feststellt, wie sich irrige Glaubenssätze, blockierende Verhaltensmuster oder einengende fremde Gedanken in bewusster Wahrnehmung offenbaren - wenn man in diesem Moment feststellt, dass sie keine Macht mehr haben, dass nicht Sie Herr über mich sind, sondern ICH ihnen `her(r) geworden´ bin.

 

Dies wollte ich doch kurz aufschreiben, bevor ich mich wieder ganz meinem inneren `Wirken´ widme.

 

In Liebe und Dankbarkeit

ein Licht auf eurem Entwicklungsweg

 

© Monika Anasha

10. Februar2016 - 11:23h