Reflektionen – oder bewusst in den Spiegel geschaut

 

Im Moment bin ich voll geladen. Geladen mit Ärger -
Ärger `über´ eine Kursteilnehmerin, die sich für nichts interessiert und sich ständig beschwert, wozu Sie das alles brauche und dass Sie nichts versteht und das doch niemanden interessiert...
Es ist ein EDV-Kurs, vom Arbeitsamt bereitgestellt, den ich mir gerade wegen der EDV-Inhalte `ausgesucht´ habe um meine Word und Excel Kenntnisse zu erweitern. Doch sie hatte andere Inhalte erwartet, bzw. gewünscht...
Nun, dafür kann weder ich noch unser Dozent etwas, dass man Sie ungeachtet dessen trotzdem in diesen Kurs gesteckt hat. Das erkennt sie noch großzügig an. Was jedoch nicht soweit reicht, zu verstehen, dass sie andere mit ihren ständigen Beschwerden stört.

 

Seit Kursbeginn Ende Oktober geht das schon so. Nun war Sie 10 Tage krank, das war so angenehm ruhig und wir konnten in Ruhe lernen. Heute ist Sie den ersten Tag wieder da und alles geht weiter :-/
Doch heute habe ich mich selbst nicht mehr ruhig verhalten und ihr gesagt, dass sie den Unterricht und gerade mich stört, weil ich hier schließlich selbst gewählt bin um genau das zu lernen.. - Sie wird wahrscheinlich weiter lamentieren. Täglich das gleiche...

 

Wie ich weiter damit umgehe, damit ich trotzdem das Beste aus dem Kurs für mich hole, ohne ihr an den Kragen zu gehen, stellt sich heraus.
Zuhause ist mein Ärger über Personen die kein Interesse an `Selbstverantwortung´ und Veränderung haben scheinen bei meinem Partner gleich wieder hoch gekocht: Unser Telefon geht seit 3 Wochen nicht und er unternimmt nichts wirklich konstruktives dafür, wenn ich ihn nicht anstoße.

 

Nun, nur um für mich festzuhalten, was ICH in mir klären darf, gebe ich meine `Bekümmernisse´ hier zu Papier:
Er lässt alles laufen, hofft und wartet, dass es sich (von alleine) irgendwie löst. Wenn ich was sage, `befolgt´ er, es, ohne wirklich selbst darüber nachzudenken, ob es für ihn auch so passt!
Sage ich ihm das (wie eben heute) dann, gibt er mir zur Antwort, ich hätte es ja so gesagt... !!

 

Grundsätzlich geht mir auf die Nerven, dass nix passiert, ohne dass ich was `anstifte´, - ohne dass ich was sage oder tue.

 

Was sagt mir das jetzt?
Dass ich es nicht lassen kann, mich einzumischen???
So einfach ist es wieder nicht, denn in `sein´ persönliches Leben und Entscheidungen mische ich mich lange schon nicht mehr ein.. Wie er seinen Tag verbringt, ist seine Sache. Das Telefon jedoch dient uns beiden... Trotzdem stört mich sein `sich hängen lassen´.
Und tatsächlich kommt hier mein genervt sein hervor, dass ich selbst hier `nur herumhänge´. Mich selbst verstecke und selbst `nichts auf die Reihe´ kriege. Ich selbst bin genervt, weil nichts von alleine läuft (was ich durchaus gerne hätte) und weil ich mich innerlich selbst ständig vordere...Hier auch
mein Problem mit Personen, die scheinbar keine Veränderung bzw. keine Selbstverantwortung übernehmen wollen. Ich selbst werfe mir insgeheim genau das vor... Ich selbst erlaube mir nicht – traue mich nicht (!) einfach alles los zu lassen. Einfach alles laufen zu lassen.
Hier schießt mein Verstand hervor, dass ich nun gewisse Dinge nicht einfach so laufen lassen kann! Dass ich doch schon oft nachteilige Erfahrungen gemacht habe, wenn ich etwas `ignoriert´ habe.

 

Ja – ignorieren und laufen lassen sind aber zwei unterschiedliche Energien.
`Ignorieren´ bedeutet, nicht `wahr haben wollen´, es weg haben bzw. ungeschehen haben wollen.
`Laufen lassen´ bedeutet hingegen, mir der Sachlage bewusst zu sein aber abzuwarten,was passiert, was sich von selbst verändert. Es bedeutet, trotz möglicher Konsequenzen klar sehen zu wollen was wirklich folgt...

 

Hier verbirgt sich bei mir Angst, die ich noch nicht bewusst erkannt habe.
Mal sehen: Welche Angst verbirgt sich hinter dem Ärger `über meinen Partner´ bzw. dem Laufenlassen aller Dinge? Was könnte passieren,wenn ich `mich gehen´ lasse – alles laufen lasse ohne selbst explizit etwas zu tun?

 

Es ist Existenzangst: Meine Ausgaben bzw. die laufenden Kosten übersteigen zur Zeit stetig die Einnahmen (Hz.4). Mein Konto weist seit 2 Jahren minus auf und ich jongliere mit 2 Giro- und meinem Visakonto. - Meine Blockade machte es mir schwer, mit meinem innersten Streben, meiner Bestimmung,nach Außen zu treten, womit auch noch der Geldfluss von außen blockiert ist.
DAS ist die Angst: Dass ich weiterhin nichts rein bekomme und meine Schulden weiter steigen und mir die Konten gesperrt werden...!

 

Das ist die Angst. Und ich bin wütend auf mich, weil ich es immer noch nicht auf die Reihe gekriegt habe und jetzt in dieser Lage bin. Weil ich mich durch `die Dinge laufenlassen´ in diese Lage gebracht habe und auch der Selbstvorwurf, dass ich meinen Partner mit dahin gebracht habe.
Jedoch ist das so nicht `richtig´. Es ist ein Irrtum, dass ich all das erschaffen habe, weil ich `laufen ließ´...
Ich habe all das für mich persönlich erschaffen, aus der dahinterliegenden Angst, dass es DESWEGEN so kommen könnte – wegen dem `laufenlassen´...

 

Nun zu dem Satz: `Er befolgt alles, was ich in bestimmten Dingen sage´. Das passiert nur, wenn ich es im Ärger oder drängend äußere.
Hier erkenne ich den Druck und Ärger meines Verstandes, meiner alten Programmierungen. Ich selbst folge nämlich auch noch viel zu oft diesen Programmen aus eben dieser Angst! Und das nervt mich auch längst – und inzwischen mehr und mehr!!!
Hier dann das Kontra meines Partner (im Spiegel): Der Ärger über den Ärger, folgsam zu sein gegenüber meiner alten Programmierung, alles `selbst auf die Reihe´ bringen zu müssen.Nochmal klarer: Ich ärgere mich darüber, dass ich unbewusst meinen alten Programmen folge, obwohl ich längst weiß, dass mir das nichts gutes bringen...

 

Touché - HA!!

 

Dieses Programm habe ich nun entlarvt. Damit werde ich es zukünftig sofort erkennen und kann es aufheben ;-) Das ist das schöne daran – wenn wir uns einer solch negativer Programmierung bewusst werden, erkennen wir sie leicht wieder und können sofort bewusst `besser´ darauf reagieren wenn sie uns wieder `begegnet´..

 

Nun, ich habe die Dinge seit einigen Jahren so gut ich konnte durchweg laufen lassen in dem Vertrauen, dass sich letztlich `zur rechten Zeit´ alles löst. Dies ist eine tief festsitzende Überzeugung, die ich auch schon sehr oft und nur positiv in Erfahrung gebracht habe. Nun aber zeigt sich bei der `immer enger werdenden Sachlage´, wie tief mein Vertrauen ist oder wie viel Angst diesem entgegensteht...

 

Welchen Wolf füttere ich?

 

Es erscheint gerade wie eine Prüfung und so fühlt es sich auch fast an.
Ja - ich danke für diese klare schriftliche Darlegung – denn nun bin ich mir (bildlich) im klaren und die Angst weicht. :-)

 

Mein Vertrauen in die natürlichen Abläufe ist ungebrochen und in mir wird es wieder warm und weich. Es rieselt und fließt.<3
Danke für meine Reflektionsfähigkeit und Bereitschaft, geliebte Seele <3 <3 <3

 


in Liebe und tiefer Dankbarkeit
© Monika Anasha
15.Dezember 2016
14:11h