Als sich mein Anteil von Gleichgültigkeit aufgedeckte

 

 

 

Was zeigt sich mir gerade?

 

 

 

Ärger in mir:

 

Ich möchte zum WE nach Hause und wir haben uns zum Frühstück um 8°°h in der Klinik `verabredet´. Er war nicht da. Ich versuchte ihn zu erreichen, doch nichts.

 

Er hat wieder verschlafen wie schon letzte Woche. Für seine `Ex´ (überhaupt alle und jeden) hört er um 4°° früh auch den Wecker !!

 

 

 

Enttäuschung steigt auf:

 

Wie wichtig bin ich ihm? Im Gegensatz zu allen anderen (vor allem seine EX)?? Warum bin ich ihm so gesehen nicht wichtig? Warum sind meine Belange, Gefühle, Ärger ihm gleichgültig?

 

 

 

Gleichgültigkeit !!!!

 

 

 

Wo in mir ist Gleichgültigkeit?

 

 

 

Tränen......

 

 

 

Bin ich selbst mir so gleichgültig ? Bin ich mir so unwichtig?

 

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Ich selbst erscheine gleichgültig!!

 

Ich habe durch die schockierende Erfahrung bei meinem Schlüsselerlebnis (mein Trauma) eine gewisse Gleichgültigkeit entwickelt. Gleichgültigkeit als Selbstschutz. Die schockierende Erfahrung, dass mir nicht vertraut wurde - mir nichts zugetraut wurde, obwohl ich niemals einen entsprechenden Anlass gegeben habe.

 

Ich war immer brav, korrekt, pünktlich, verständig, selbstständig. Trotzdem war es nicht genug ! Bei dieser Erfahrung: Kein Vertrauen zu bekommen, egal was ich tue, habe ich diese Gleichgültigkeit entwickelt.Ich habe mich damals von meinem Vater abgewandt und wollte nur noch weg ! Seine Belange haben mich nicht mehr interessiert. Es war mir gleichgültig, wie es IHM geht und was er will...

 

In jeder Beziehung habe ich dieses Muster `nachgespielt´...

 

Alles zur `Zufriedenheit´ des Partners (~Vater) zu tun und doch `verkannt´ zu werden.

 

 

 

hier wirft sich nun eine neue Frage auf:

 

Was habe ich dazu beigetragen, verkannt zu werden? Bzw. im Folgenden:

 

Habe ich wirklich was getan, um verkannt zu werden?

 

 

 

In meiner Kindheit und Jugend definitiv nichts wirklich greifbares – im Moment für mich jedenfalls nicht greifbar. -

 

 

 

Auch wenn mein Vater das so sah – Er hat mich mit meinen Schwestern über einen Kamm geschert. Womit sich gerade wieder ein weiterer Knoten löst – Meine Abneigung, dass alle (viele) über einen Kamm geschert werden, hat ihren Ursprung hierin !!!

 

 

 

Nach diesem Trauma habe ich dieses Verhalten immer wieder `geprobt´: mit Anpassung, Fügung, Unterwerfung und Selbstaufgabe. Bis ich wieder die Erfahrung machte, dass es nicht genügt! Dann viel ich wieder in die Gleichgültigkeit zurück..

 

Die Rückbesinnung auf mich selbst! Jedes mal habe ICH die Konsequenzen in Beziehungen gezogen, in denen ich mich verausgabt, verloren habe, missverstanden fühlte.

 

Es war mir dann regelrecht gleichgültig, wie sich mein Partner dabei fühlte. - Hatte ja er und viele andere sich auch nie darum gekümmert, wie ich mich fühle!

 

(Mir wurde erst jetzt bewusst, dass ich selbst lange nicht bekannt gab, wie ICH mich bei allem fühlte. Und wenn doch einmal, wurde ich nicht verstanden oder abgelehnt.)

 

 

 

Gleichgültigkeit !

 

 

 

Erschreckender Gedanke für mich gerade: meine Kinder haben dadurch vielleicht ebenso das Gefühl, dass sie und ihre Belange mir gleichgültig sind.

 

 

 

Aufgrund dieser erschreckende Erkenntnis bin ich auch erst auf die Hintergründe, die Zusammenhänge gestoßen. Es ist unglaublich und erschreckend, wo sich diese Erfahrung mit ihren Mustern überall in meinem Leben auf die verschiedenste Art und Weise eingeschlichen hat !!!

 

Dabei ist mir nichts und niemand wirklich gleichgültig ! Ganz im Gegenteil. Doch möchte ich mich nirgendwo mehr verausgaben, in niemandes Leben eingreifen und jedem doch letztendlich sein eigenes Leben so leben lassen, wie es jeder selbst mag.

 

 

 

Hier ist (m)ein Konflikt zwischen NÄHE und ABSTAND !

 

 

 

Sobald ich spüre, dass mein Gegenüber nicht auf mich eingeht/eingehen kann, sich zurückzieht und/oder auf irgend eine Weise abwehrt, ziehe ich mich auch zurück und bin im Zwiespalt, ob und wie weit ich mich wieder nach vorne wagen kann/darf !!!

 

Andererseits bin ich selbst durch die Erfahrung der Kontrolle meines Vaters (kein Vertrauen in mich und meine Entwicklung) sehr schnell auf Rückzug, wenn jemand in mein Leben eingreift – über mich und meine Belange verfügen will!

 

Dies ist auch der Grund, warum ich nicht ins Leben meiner Kinder eingreife. Mich nicht einmische, Sie ihr Leben leben lasse. Weil ich es aus meiner erfahrenen Enge selbst nicht ertrage. Dies wird im Außen und auch von meinen Kindern möglicherweise als Gleichgültigkeit bewertet.

 

Doch es begründet sich nur auf meinem festen Vertrauen, dass sie beide (und auch jeder andere) ihren eigenen Weg gehen werden. Den für Sie persönlich `richtigen´ Weg.

 

Ich vertraue einfach darauf, dass Sie selbst am besten wissen, was sie möchten und was für sie gut ist. Genau so, wie ich es auch immer wusste und frei danach handeln wollte...

 

 

 

Seltsam mutet sich mir hier gerade an, dass ich zwar ein tiefes Urvertrauen in die natürlichen Abläufe des Lebens und auch in die Menschen habe und schenke. Jedoch ich selbst immer noch blockiert bin, meinen Weg einfach zu gehen. Meine Berufung zu leben, das was ich für mich weiß und wovon ich überzeugt bin vertrauensvoll nach außen zu bringen ?? !! ?

 

Wie löse ich diesen Konflikt?

 

Wie komme ich über diese Barriere?

 

Wie finde ich die Brücke von meinem Urvertrauen zum Vertrauen ins Außen. Zum Vertrauen, dass mir vertraut wird, was auch immer ich tue, wie auch immer ich bin?

 

Dass `man´ meinen Überzeugungen vertraut! Meinem bisherigen und künftigen Entwicklungsweg vertraut?

 

Wie bringe ich hier eine Verbindung zu Stande...??

 

 

 

Ich `fürchte´ immer noch `Strafe´, vielleicht Verachtung, aber auf jeden Fall fehlendes verstehen meiner Überzeugungen, die auf Erfahrungen und der daraus erkannten Wahrheit und Aufrichtigkeit beruhen.

 

Ich wage mich nicht ins Außen – in die Öffentlichkeit – weil die Angst vor der Enttäuschung, die durch meines Vaters `nicht vertrauen´ entstand, tief im inneren eingebrannt hat und für mich, trotz der Erkenntnis Ihrer, nicht leicht ist, aufzulösen...

 

Genau wie ich damals von meinem Vater `bestraft´ wurde, obwohl ich klar, aufrichtig und wahrhaftig war. Doch er wusste nichts von meiner inneren Entwicklung und vertraute nicht darauf. Aus seiner Unwissenheit, seinem Unvermögen zu vertrauen hat er mich für etwas bestraft, das ich in seinen Augen jederzeit hätte tun können/mir hätte passieren können, ich aber nicht getan hätte, auf mich selbst geachtet hätte.

 

 

 

Ich habe mein Leben lang aus Beobachtung gelernt, erfahren, erkannt, - gespürt und niemals großen Wind um meine Erkenntnisse, Erfahrungen oder meine Entwicklung gemacht. `Prahlerei´ war nie mein Ding.

 

Wie es eben bei mir war: `das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar´ oder `die größte Veränderung vollzieht sich im Verborgenen´!

 

 

 

Immer und überall vertraue ICH bei allen und jedem darauf!!

 

Weil ich diese stille Entwicklung selbst vollzogen habe und vollziehe!!

 

 

 

Warum und wie sollte ich meine eigene Entwicklung, meine Erkenntnisfähigkeit beweisen?

 

 

 

Ich gehe nie nach dem augenscheinlichen, oberflächlich sichtbarem. Ich habe schon immer dahinter geblickt. Der Anschein trügt fast immer... das habe ich auch immer versucht, meinen beiden Kindern zu vermitteln – dahinter zu blicken – sich nicht täuschen zu lassen von dem was sie physisch sehen und hören.

 

 

 

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Ich spüre, dass ich diese entwickelte Gleichgültigkeit positiv für mich nutzen kann, indem ich sie als `Schutzschild´ nutze, wenn ich den ersten Schritt in die Öffentlichkeit wage. Ich spüre genau, dass der Schild sich von selbst auflöst, wenn ich erst einmal `stehe´. Ich erinnere mich, dass ich die Gleichgültigkeit in dieser Art schon viele Male so verwendet habe und „keine Prügel“ bezog, nachdem ich mich dann frei und offen `präsentierte´...

 

 

 

Ich darf hier einen Ausgleich finden, zwischen diesen 2 Extremen!

 

Ich darf weder im Rückzug verharren, aber auch nicht nur in der Hingabe...

 

 

 

In Dankbarkeit für diese Erkenntnis

 

© Monika Anasha

 

24.Oktober2015

 

Ein erfahrungsreicher Tag in der psychosomatischen Klinik