Die Blockade zur Meinungsäußerung und Selbstbestimmung ist aufgebrochen

 

 

In meiner letzten Körpertherapiestunde in der Klinik hatte mein Therapeut versucht, eine Blockade in mir zu sprengen, indem er mich aufs äußerste `reizte´. Da er mein Problem durchschaute, wusste er genau wie er mich an meine Grenze führen konnte, doch ich erkannte nur, dass ich mehr und mehr auf ihn wütend wurde...

 

Ich bekundete schon, was ich dachte, doch ich `explodierte´ nicht, wie er es provozierte, sondern zog mich gereizt zurück ins Schweigen ...

 

Ich nahm genau wahr, wie ich reagiere. Wie meine Gefühle hochkochten und mein Körper unruhig und gehetzt wurde. Mir wurde heiß, erkannte, dass sich gerade etwas entscheidendes lösen kann, doch ES brach einfach nicht heraus.

 

Dagegen war wieder das Gefühl, dass mir nicht zugetraut wird, dass ich selbst weiß, was ich tue. Das Gefühl, dass sich grad nix bewegt, dass ich nicht weiter komme, ärgerte mich zusätzlich...

 

Nach der Stunde gönnte ich mir Zeit, alles wirken zu lassen und eine Frage kam in mir auf:

 

Darf das sein?? JA!!!!!!!!

 

Es darf auch mal Stillstand herrschen nach einer bewegten Zeit !

 

Nachdem schon das Zentrale Thema aufgebrochen ist und sich Schlag auf Schlag danach weitere Zusammenhänge und ernüchternde Erkenntnisse öffneten, darf auch eine Pause eintreten...

 

Diesen Stillstand gibt es ja auch in der Natur. Sich zu sammeln, Kraft zu tanken um gestärkt und klar wieder aus sich heraustreten zu können...

 

Und in diesem `so sein lassen´, den Stillstand akzeptieren und alles wirken zu lassen löste sich der Knoten. Ich erkannte jetzt:

 

Der Therapeut präsentierte sich wie mein Vater. Eindringlich und vehement `erklärte´ er mir, was ich tun solle.

 

„→ Traute mir (mein Gefühl) nicht zu, dass ich selbst sehr gut weiß, was ich tue, bzw. `wisse´ was zu tun ist...“

 

Dieses wiederholte Gefühl durch die gezielte Provokation machte mich unruhig und wütend und ich wand mich wie ein Wurm, ich war blockiert ohne zu bemerken, warum. Doch ich habe dann erkannt:

 

Ich habe meinem Vater niemals sagen können, bzw. es gewagt ihm direkt zu sagen, dass es reicht. Ich habe niemals gesagt: „Stop, ich weiß selbst, was ich tue und du darfst darauf vertrauen!“

 

Ich habe meinen Vater niemals darauf hingewiesen, dass er mir nicht ständig zu sagen hat, was ich tun oder lassen darf. Schon gar nicht wütend – Ich habe mich lediglich in meiner Wut zurückgezogen und sie verdrängt.

 

Diese Schwelle – die Wut herauszubrüllen – konnte ich auch bei meinem Therapeuten nicht überschreiten. „Ich kann ihn doch nicht anschreien und ihm auch noch sagen, dass er mir nichts zu sagen hat“... Genau diese Blockade wollte er bei mir aufbrechen. Er wollte, dass ich explodiere und ihn – in Vertretung meines Vaters – in seine Schranken weise !

 

Denn genau das ist der Punkt: Ich hätte es jederzeit tun dürfen. Ich und jeder andere darf jederzeit jeden darauf hinweisen, wenn dieser deine Grenzen übertritt.

 

Jeder darf selbst entscheiden, was er tut oder nicht tut. Wer auch immer glaubt, es besser zu wissen, darf seine Meinung gerne kundgeben, aber die freie Wahl des anderen akzeptieren und nicht blockieren...

 

Ich hatte wohl gespürt, als sich Widerstand gegen seine Meinung und Forderung aufbaute, jedoch habe ich nicht das `Muster´ dahinter erkannt.
Nun kann es sich in der Erkenntnis lösen und meine freie `Meinungsäußerung´ damit `öffnen´...

 

© Monika Anasha
28.Oktober 15

 


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