Die Seele und das verletzte Kind - oder woher kommt das Ego?

Bildquelle: unbekannt
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Das verletzte Kind in uns…

geboren wird unsere Seele in ihrer Vollkommenheit in einem unschuldigen,

doch unbeholfenen, hilflosen Säuglingskörper.

 Im körperlichen Überleben angewiesen auf die Eltern muss die Seele lernen, sich durch die beschränkten Möglichkeiten dieses Körpers, der weder sprechen noch laufen kann, zu artikulieren.

 

Dies ist in der menschlichen Welt für die Seele nicht einfach, da die Menschen  die energetische Kommunikation der `kleinen´ Seele nicht wahrnehmen können.

Die Erwachsenen haben durch eigene jahrhundertelange Konditionierung – Erziehung und Anpassung – vergessen, dass ihre Seelen miteinander und mit ihnen selbst kommunizieren.

Diese Erfahrung, die `Erkenntnis´, dass die Seele nicht `automatisch´ erkannt und verstanden wird, wie auf der energetischen Ebene, verursacht den ersten tiefgründigen Schmerz – die erste Verletzung in der Psyche des Kindes.

Weiter geschieht es oft, dass das weinen und schreien des Säuglings ignoriert wird, um es gleich von Anfang an zu `erziehen´… Wurden wir Mütter doch immer darüber aufgeklärt, dass wir das Kind schon frühzeitig `verziehen´, wenn wir jedem kleinen Laut des Säuglings nachgeben!

Zum Leid des Kindes, dem dadurch eine weitere tiefe Wunde zugefügt wird.

Denn für die Seele bedeutet das nicht reagieren der Eltern auf sein Bedürfnis nach der lebenswichtigen Nähe, Wärme und Liebe, dass sein Überleben, seine Entwicklung gefährdet sind – dass es allein ist und sich selbst im irdischen nicht helfen kann.

 

Diese beiden ersten tiefen Verletzungen der Psyche ziehen sich durch unser gesamtes Leben als die Befürchtung, dass wir zum einen nicht bzw. ständig falsch verstanden werden und zum anderen immer allein gelassen werden. Im tieferen Sinn setzt sich hier der folgenschwere Gedanke in das Kind, es sei nichts wert, Es ist es nicht wert, dass sich jemand um Es kümmert, sich mit ihm einlässt.

Diese urersten Verletzungen führen zu weiteren Wunden und daraus zur Vertiefung der Ängste. Der Verstand wird mit dem Gedanken des unverstanden, ungeliebt und verlassen seins gespeist und zieht unweigerlich im weiteren Leben weiterhin solche Erlebnisse an. Denn, was wir in unseren Gedanken bewegen und in unseren Gefühlen erweitern und entsprechend diesem Glauben unweigerlich Handeln, das schaffen wir uns in unsere Realität.

So begeben wir uns durch diese unbewusst `gelebte´ Angst vom Kindesalter bis heute immer wieder in Situationen, die uns diese Erfahrungen `bestätigen´ und mit jeder „Bestätigung“  wird der urerste Schmerz wieder aktiviert und die Angst weiter geschürt.

Dies kann solange geschehen bis wir  mit unserer Angst  in einer Sackgasse oder am Abgrund stehen. Dies passiert in der heutigen Zeit verstärkt und überall. Wir werden von unseren Ängsten, die wir stets verdrängt haben, richtiggehend eingeholt und überfallen. Die Wunden, die wir immer nur mit weiteren Pflastern beklebt haben, brechen schmerzhaft weiter auf und verlangen endlich nach wahrer Heilung…

Hier stehen wir nun vor der Gelegenheit, uns wieder auf unsere Seele zu besinnen, die unser Leben lang versucht, sich uns mitzuteilen – uns daran erinnern möchte, wer wir sind und welche Talente und Fähigkeiten in uns verborgen sind um diesen zu folgen, sie endlich zu verwirklichen.

Das Erkennen unserer eigenen verborgenen, von Angst, Unsicherheit und Zweifeln getriebenen,  Mechanismen und wie sie uns folglich in unserem Leben in `Abhängigkeit´ an alle möglichen äußeren Bedingungen und Einflüsse geführt haben, ist der Schlüssen um uns daraus zu befeien.

 

Wenn wir nun bereit sind, uns zu öffnen, unserem innersten zu lauschen und darauf vertrauen, können unsere uralten Wunden endlich und endgültig heilen.

Das kann zuweilen ein steiniger Weg sein, da das verletzte Kind in uns sich bei jedem zu einen mehr oder weniger ausgeprägten EGO entwickelt hat, das in seiner Schmerzvermeidung und Angst absolut kein Interesse daran hat, sich den Notwendigen Schritten zu stellen, die jetzt fordern, dass wir den Verletzungen und der Angst auf den Grund gehen, sie anschauen und erkennen, woher sie kommen und dies akzeptieren.

Erst danach können wir frei atmen und in Klarheit über uns weiter gehen. Unser Ego gilt es hier zu besänftigen mit Vertrauen und mit Liebe. Denn es wird geschickt versuchen, von allem unbequemen, schmerzlichen und anstrengenden abzulenken. Doch wirst du schnell merken, dass es dich früher oder später wieder in die selben schmerzvollen Erfahrungen bringt, die du doch nie mehr wieder erleben wolltest...

Mache dir deshalb bewusst, welchen Weg du wählst – Der Weg deines Egos, des verletzten Kindes, das Angst davor hat, die Pflaster zu entfernen, weil es weh tun könnte, oder den Weg deiner Seele, die dich zwar durch die Angst durchführt, deine Pflaster entfernt und deine Wunden behandelt und heilt,  sich dir aber danach der freie, friedliche und glückliche Weg öffnet…

 

Im Licht und in der Liebe

© Anasha

6.Juni 2014