Du kannst dich hier ganz einfach meiner Lesung des Artikels `hingeben´ 
- oder Ihn gerne auch selbst lesen...

 

Schwierige Kinder – was zeigt mir mein Kind?

 

Die Frage, warum es in `unserer´ Zeit so viele schwierige Kinder gibt, ist überall schon gestellt worden. Jedoch die Antwort ist nicht so leicht zu nehmen – nicht leicht zu verdauen für viele.
Denn die Antwort hat mit uns selbst zu tun!
Ich möchte hier Beispiele aus der Praxis und aus meinem eigenen Leben teilen und daran ansatzweise die Zusammenhänge und Hintergründe (auf-)klären.

 

Sowohl mein Sohn, als auch meine Tochter waren hervorragende Spiegel meines Selbst. Doch erkannt habe ich das erst in den letzten beiden Jahren.
Meine Tochter zeigte mir den ungestümen, lebendigen, kontaktfreudigen Anteil in mir, der in früher Kindheit `verloren´ ging – den ich gelernt habe zu unterdrücken – zu verstecken; und mein Sohn spiegelte mir den sehr angepassten, besonnenen, braven, konditionierten Anteil meines Selbst, zu dem ich mich `entwickelt´ hatte, nach der Unterdrückung meiner Lebensfreude.
Das alleine ist noch nicht bemerkenswert. Jedoch zeigte meine Tochter immer sehr direkt und laut ihren Unmut und ihren Widerstand. Damals wusste ich noch nichts über Resonanz – das Spiegelgesetz – und habe mit Konsequenz und Ausdauer (die ich von meinem Vater gelernt habe) meiner Tochter `beigebracht´, dass `man´ sich so nicht aufführt bzw. sie so bei mir nicht `ankommt´. Sie musste ihre Stimme `ersticken´ und ihre Wut und ihren Ärger unterdrücken, weil ich sie so wie sie war, nicht dulden, nicht annehmen konnte...

 

Erst heute, wo Sie `erwachsen´ ist und aus dieser Unterdrückung schon verschiedene Krankheitssymtome entwickelt hat, ist mir klar geworden, dass sie mir damals `nur´ meine eigene verdrängte Wut, meinen eigenen Ärger gespiegelt hat. Ich selbst wurde für meine direkte und laute Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen, und für meinen Ärger gemaßregelt. Ich wurde immer laut und wütend, wenn man mir nicht zuhörte oder abwehrte,was ich sagte oder wollte.

 

Heute weiß ich, dass ich meine Tochter nicht nur deshalb konditioniert habe, weil ich es selbst so erfahre hatte, und nicht anders kannte, sondern weil ich ihr die Ablehnung in der Familie und der Gesellschaft ersparen wollte, die ich erfahren habe...
Makaberer Weise hat sie dadurch meine Ablehnung wahrgenommen, dass ich sie nicht annehme, nicht liebe, wie sie IST (was viel schlimmer wirkt!)

 

Unsere Kinder nehmen über die Gefühle wahr – sie lernen über das Gefühl. Gleichgültig was wir ihnen sagen, das Gefühl, das in uns im jeweiligen Moment vorherrscht, ist das, was sie übernehmen, was sich ihnen einprägt!
Gleichgültig welche Erklärung wir dem Kind geben, Es fühlt die Angst, die Ablehnung oder den Ärgere dahinter und setzt das in die Überzeugung um: „Ich werde nicht geliebt (so wie ich bin)“

 

Unsere Kinder zeigen uns heute verstärkt, was wir selbst in uns verborgen, versteckt, verdrängt und verleugnet haben.
Ob das nun verdrängte Angst (vor was auch immer), unterdrückter Ärger und Wut, Misstrauen oder Blockaden aus einem vergessenen Trauma sind – unsere Kinder sind hier um uns genau darauf hin zu weisen (*1)

 

Auch wir haben das schon bei unseren Eltern `versucht´, doch die Zeit der `großen Erkenntnis´ war noch nicht da. Darum wurde weiter Unterdrückt und unsere heutigen Kinder `dürfen´ uns nun mit noch mehr Vehemenz, noch mehr Kraft und Direktheit schonungslos zeigen, was seit Generationen verdeckt, versteckt, verleugnet, verdrängt und verachtet wurde.
Was seit Generationen schon `falsch´ gelaufen ist...

 

DAS und nichts anderes ist es, was dazu geführt hat, dass die Kinder unserer Zeit `scheinbar´ sooo schwierig sind.
Was wir jedoch als schwierig empfinden, ist hinzuschauen, uns einzugestehen, dass wir schon das selbe erfahren und erlebt haben, wogegen unsere Kinder heute noch mehr aufbegehren.
Nämlich Enge, Unterdrückung, Manipulation und bedingte Liebe in jeglicher Form und von überall her...

 

 

Die `schwierigen´ Kinder in dieser Zeit sind hier um uns in die Heilung all dieser Wunden zu führen indem Sie uns erst auf unsere Verletzungen aus alter Zeit – unserer Kindheit aufmerksam machen.
Darum gilt es für uns heute nicht, unsere Kinder zu verurteilen und weiter mit Strenge zu unterdrücken, sondern über das Verstehen der Hintergründe und Zusammenhänge dankbar zu erkennen, dass sie uns helfen und führen.

 

Je schwieriger dein Kind scheint, umso tiefer darfst DU in dich selbst blicken. Der Widerstand, den dein Kind dir entgegen bringt, zeigt dir, wo du selbst als Kind den Widerstand aus Verletzung zum Selbstschutz aufgegeben hast.
Die Wut, die dein Kind dir entgegen bringt, zeigt dir, dass Du selbst deine kindliche Wut tief in dir begraben hast – aus Hilflosigkeit oder Angst, nicht geliebt zu werden.
Die schwierigen Kinder heute gehen gegen jede Einschränkung, jede Manipulation, gegen jede Kondition vehement an.
Sie zeigen radikal, wo wir selbst aus alter Angst in alten Mustern handeln. Sie zeigen uns schonungslos unsere Bedingtheit, unser falsches Verständnis von Liebe – die bedingte Liebe.
Die Kinder der heutigen Zeit zeigen uns uneingeschränkt, wo wir nicht bedingungslos lieben !
Sie akzeptieren nur Handlungen, Angaben, „Aufgaben“, die von bedingungsloser Liebe getragen werden.
Alles andere wird `zer-stört´...

 

Wir werden in unserem bequemen, konditionierten, untergeordneten Leben gestört und von unseren Kindern darauf hingewiesen, wie eingeschränkt, eingeengt, beschränkt und ein-geordnet, genormt und geformt wir leben...
Sie zeigen uns letztendlich, wie unnatürlich wir leben und sie zeigen uns, was bedingungslose Liebe wirklich bedeutet.
Unsere Kinder sind hier, um uns mit ihrer `Schwierigkeit´ und `Auffälligkeit´ zurück in die wahre Liebe zu verhelfen... uns zu zeigen, was es braucht, um wahrhaft zu lieben …

 

In einem Gespräch erzählt mir eine jungen Mutter, dass ihre 5jährige Tochter sie plötzlich so anschreit und herumkommandiert. Sie hat darauf mit schimpfen reagiert und sie `zurecht gewiesen´.
Ich fragte Sie, woher sie solch eine Situation kennt – wer in ihrer Kindheit mit ihr so umgegangen ist? Sie erinnert sich sofort daran, dass ihre Mutter sie oft so behandelt hat. Nachdem ich ihr die Zusammenhänge erklärt habe, erkannte sie auch gleich, dass sie automatisch aus dem eigenen Erlebten heraus genauso reagiert hat, wie auch ihre Mutter, wenn sie selbst vorlaut war...

 

Eine Freundin erzählt mir mit Einverständnis ihrer Freundin von deren Situation:
Diese hat ein Zwillingspaar im Jugendalter, ist alleinerziehend und finanziell nicht frei. Die Tochter ist unendlich `ungezogen´ aufsässig und auch aggressiv. Sie fordert die Mutter ständig heraus. Die Situation eskaliert, als die Tochter während einer Auseinandersetzung mit der Mutter ganz bewusst den Bruder schlägt, worauf diese (wohl wissend, dass die Schläge eigentlich ihr gelten), der Tochter eine Ohrfeige gibt. Der Sohn beschwichtigt die Mutter, weil er ebenso weiß, dass die Gewalt seiner Schwester nicht ihm gilt – er fängt alles ab, nimmt alles bewusst und bereitwillig auf sich. Die Mutter versteht das Verhalten beider überhaupt nicht.
Hier ist die Klarheit des Jungen zu erkennen, der offensichtlich genau weiß, was gespielt wird und der für seine Mutter seiner Schwerster als `Puffer´ dient, bis die Mutter erkennt, was genau dahinter steckt. Aber auch die Tochter ist sich scheinbar sehr klar darüber, was sie für eine `Funktion´ hat.
Das Verhalten der Tochter deutet auf tief wurzelnde Wut, unterdrückten Hass und Verzweiflung hin.
Die Hintergründe und Zusammenhänge für dieses – unzweifelhaft unerträgliche – Verhalten eröffnet sich mir, als ich vom Verhältnis der Mutter zu Ihrer Mutter erfahre. Die Mutter wurde und wird immer noch von der `Großmutter´ gegängelt, verurteilt, abhängig gehalten und klein gemacht und `sollte´ dafür auch noch dankbar sein. Die Mutter ist nicht im Stande, sich `gegen´ diese Behandlung zu wehren, weil sie sich durch ihre Lage von der Mutter abhängig sieht und auf `Dankbarkeit´ trainiert wurde. Sie hat ihren Ärger über die Behandlung der Mutter immer geschluckt und dieser ist über die Jahre der Duldung zu tiefer Wut und Hass gewachsen. Jedoch streng geheim gehalten – unterdrückt.
Nun sitzt sie mit einer enorm zornigen und aggressiven Tochter da und versteht sie Welt nicht mehr, weil sich die Tochter nicht (so wie sie selbst) still und klein halten und unterdrücken lässt...
Weiterhin erfahre ich von einer (für mich genialen) Aktion der Tochter, die sich nicht gehört und verstanden fühlt (was ja deutlich spürbar ist). Sie `spricht´ mit der Mutter ohne Worte.
Hier deutet die Tochter die Mutter darauf hin, dass diese ihr nicht richtig zuhört und sie ansehen soll, wenn sie mit Ihr spricht. Sie signalisiert der Mutter, dass sie ihre Aufmerksamkeit bitte zu 100% der Tochter zuwenden `soll´...
Die Tochter fühlt sich nicht gehört und gesehen. Genau so wie die Mutter sich bei der `Großmutter´ nie wahrhaft gesehen und gehört – angenommen gefühlt hat (wie auch).
Und sie zeigt ihrer Mutter einen Lösungsweg, indem sie der Mutter mit tonloser Stimme sagt:
„Hör mir bitte richtig zu, was ich dir mitteilen möchte – schau mich dabei bitte an (was ich dir damit zeige) – nimm mich bitte dabei voll und ganz wahr!“
Das ist es nämlich auch, was sich die Mutter von Ihrer Mutter gewünscht hätte und worüber sie sich selbst ein Leben lang geärgert hat...
Dieses Beispiel zeigt wunderschön und facettenreich, wie uns unsere Kinder zu unseren eigenen Verletzungen führen, wenn wir es zulassen und erkennen (wollen). Und sie führen und auch zur Lösung – zur Heilung – dieser, wenn wir uns darauf einlassen (können und wollen).

 

Das unbewusste `Spiel´ wiederholt sich von Generation zu Generation,
bis endlich jemand erkennt, was gespielt wird!“

 

Unsere Großeltern wurden verletzt und verletzten unsere Eltern.
Unsere Eltern wurden verletzt und sie verletzten uns.
Wir wurden verletzt und wir verletzen unsere Kinder immer noch genauso.
Und unsere Kinder?

 

Folgendes passt hier von Alice Miller hervorragend dazu:

 

Wenn man ein Kind erzieht,
lernt es erziehen.
Wenn man einem Kind Moral predigt,
lernt es Moral zu predigen.
Wenn man ein Kind warnt,
lernt es warnen.
Wenn man ein Kind schimpft,
dann lernt es schimpfen.
Wenn man ein Kind auslacht,
dann lernt es auslachen.
Wenn man ein Kind demütigt,
dann lernt es demütigen.
Wenn man die Seele eines Kindes tötet,
dann lernt es töten.
Es hat dann die Wahl, ob sich selbst, die anderen oder beides.“
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Erst, wenn wir das Spiel erkennen, können wir den Kreislauf durchbrechen und aus Verletzung kann Liebe erwachsen → damit auch Liebe weiter gegeben werden kann.
Erkennen wir endlich das Spiel und durchbrechen den unglückseligen Kreislauf!
Wenn wir das Spiel erkennen, dann verstehen wir die Dynamik dahinter und können bewusst anders re-agieren, bewusst anders handeln.
Wir erkennen uns selbst – warum wir so sind und erkennen warum unsere Kinder so sind. Wir lernen uns selbst zu verstehen und zu lieben, wie wir sind und lernen, unseren Kindern diese Liebe weiter zu geben.

 

Dieses Spiegelgesetz (→ die Spielregeln des Lebens) wirkt aber nicht nur durch unsere Kinder, sondern auch durch alle anderen Menschen, die mit uns in Kontakt stehen und treten.
Doch am meisten `zeigen´ uns unsere Kinder und unsere Lebenspartner!
Durch ihre Spiegelung haben wir die wunderbare Gelegenheit (das Geschenk) in die Selbstreflexion und Selbstliebe zu gehen.

 

Und wir müssen uns unseren Kindern nicht erklären, damit sich deren Verhalten ändert.
Denn wenn ich selbst in mir die Zusammenhänge erkenne und die Verstrickungen löse, dann braucht mein Kind mir nichts mehr siegeln → es kann nichts mehr spiegeln!

 

Wenn ich im Spiegel einen schwarzen Fleck auf meiner Wange erkenne, muss ich nicht den Spiegel putzen. Ich wasche den Fleck auf meiner Wange weg, dann kann ihn der Spiegel nicht mehr zeigen.“

 

Sooo einfach ist das – auch wenn es für viele eine Herausforderung zu sein scheint...
Ja, es bedarf konsequenter Selbstbeobachtung und die stete Erinnerung an das Spiegelgesetz.
Doch es ist leichter als viele befürchten und es wird immer einfacher, wenn es dir erst einmal bewusst ist...

 

In Liebe und Dankbarkeit
© Monika Anasha
2.Februar 2017 – 7:15h

 

*1 hinweisen →
ich weise auf etwas hin
weisen →
an die Hand nehmen →
hin – weisen: →
ich führe dich an der Hand dort hin.

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