Wie lehren wir unsere Kinder?

Bildquelle: unbekannt
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Wann ist ein Lehrer ein Lehrer?

Wann ist ein Mensch befähigt, zu lehren?

Lehrt“ nicht jeder Mensch jeden?

 

Ist es nicht so, dass jeder einzelne etwas zu lehren → zu geben hat?

Was kann ein Mensch einem anderen wahrhaft lehren?

Kann ein so genannter Lehrer wahrhaftes Wissen vermitteln?

Was ist wahrhaftes Wissen?

Und nicht zuletzt: Wie lehren unsere Lehrer unsere Kinder???

 

All diese Fragen und Gedanken kamen in mir hoch nach einem Gespräch mit meiner inzwischen erwachsenen Tochter und ihrem Freund, wo sie beide Erfahrungen aus ihrer Schulzeit mit diversen Lehrern in Erinnerung brachten.

 

Jeder, der Kinder in der Schule hat, wird mit den unterschiedlichsten `Lehrkräften´ und `Lehrmethoden´ konfrontiert. Selten laufen diese `Konfrontationen´ friedlich, harmonisch oder in einvernehmlichem Geiste ab. Denn wenn wir Eltern `konfrontiert´ werden, dann meist nur, wenn „es“ Probleme gibt!...

 

Ist es eigentlich schon aufgefallen, dass bei den Elternsprechtagen oder den Elterngesprächen vom Lehrer meist nur zu hören ist, was das Kind nicht kann ?? oder `falsch´ macht?

 

Warum wird der Focus nicht nur in den Schulen hauptsächlich auf mangelnde oder fehlende Fähigkeiten gesetzt? Ganz zu schweigen von etwaigem `Fehlverhalten´!!!

 

Ist die Schule nicht neben den Eltern dazu da, die eigenen angeborenen Fähigkeiten und Talente unserer Kinder zu schulen?

 

Warum werden diese Fähigkeiten unterdrückt und klein gehalten indem man den Focus und somit enormen Druck auf das legt, was eben nicht im Kind `veranlagt´ ist???

 

Wie der Name schon sagt: Schule – schulen …

 

Geschult werden Talente und Fähigkeiten, die ich schon habe. Das hat mit lehren und lernen nichts zu tun. Während einer Schulung wird bereits vorhandenes Wissen vertieft und Fertigkeiten, Talente trainiert → Ausgebildet, weiterentwickelt bzw. zur Vollendung gebracht.

 

Lehrer bemühen sich statt dessen, Kindern komplett neue Dinge, - genormte, von der Gesellschaft formulierte Standards beizubringen, ohne Rücksicht auf die Interessen oder Fähigkeiten der Kinder. Zum Leidwesen ALLER, denn das Ergebnis dessen ist überall in den Schulen und Familien, ja auch in der Gesellschaft gegenwärtig -

Frustration über nicht erreichte Leistungsziele auf allen Ebenen !!!

 

Kann das wirklich in unser Aller Interesse sein???

 

In diesem Sinne geht unser Schulsystem, die Lehrmethoden und der Lehrplan unserer Regierung (-in Erweiterung der Gesellschaft) komplett an der selbst gewählten Aufgabe m.E. vorbei!

 

Es sei denn, man will ein Volk „produzieren“ das im Kampf mit sich selbst liegt, weil es für diese Welt - die Gesellschaft zu minderwertig ist. Ein Volk, das unter diesem Druck alles tut, was von „Oben“ verlangt wird, denn `Die´ wissen ohnehin alles besser. Ich bin ja dazu nicht `fähig´...

Ich will diesen `Oberen´ mal nicht dies unterstellen, sondern gehe davon aus, dass sie wohl eher selbst nicht wissen, was sie da tun?!

 

Der Grad zwischen lehren und belehren, zwischen fördern und fordern/überfordern ist sehr schmal und wird in unseren Schulen meist unbemerkt überschritten aber teils sogar bewusst `durchgedrückt´.

Des weiteren sind die Lehrmethoden mancher Lehrkräfte, die noch einen sehr großen Teil des Lehrerkollegiums ausmachen, oftmals mehr demotivierend und wirken schädigend auf die Psyche der Kinder.

 

Hier darf man sich ernsthaft die Frage stellen, wem unser Schulsystem überhaupt dient, so wie es jetzt noch existiert und gehandhabt wird.

 

Unseren Kindern sicher nicht, denn ihre wahren Fähigkeiten und Talente verkümmern unter den erdrückenden Forderungen des Lehrplans der Gesellschaft. Die Vielfalt an Talenten und Fähigkeiten, die für jeden von Nutzen wären, würden sie entsprechend gefördert und entwickelt, geht, bis auf eine kleine `Elite´ komplett verloren in der standartisierten „Normalisierung“ unserer Kinder.

 

Welchen Sinn ergibt es, wenn ich einem Menschen etwas `beibringen´ möchte, wofür er nicht `befähigt´ ist und kein natürliches Interesse dafür hat?

Um wie viel leichter und harmonischer verläuft eine `Lehre´ - die Entwicklung, wenn schon vorhandenes Potential genutzt und geschult wird?

Ist es denn nicht wichtiger – sinnvoller – dienlicher, die Anlagen, die in einem Kind schon DA sind, zu schulen und zu fördern? Ihnen zu helfen, diese zu erkennen und zu entwickeln? Sie aus sich selbst heraus zu bringen und einzusetzen???
 

Das ist es, was ich persönlich unter wahrhaftem lehren verstehe.

 

Talente erkennen braucht Aufmerksamkeit von Seiten ALLER und Zeit, die sich zu aller erst die Eltern nehmen dürfen um im Anschluss die passende `schulische´ Förderung zu wählen.

 

Hier ist es an der Zeit, das schulische `Angebot´ zu erweitern. Das Schulsystem komplett zu überdenken und zu transformieren, um die Vielfalt der Gaben und Begabungen in den Kindern zu erhalten und weiter auszuprägen.

 

 Schule – schulen bedeutet für mich im höchsten Sinn, das Kind zu beobachten, doch auch selbst aufmerksam zu sein, das innere Auge zu schulen für die Anlagen, Fertigkeiten und Talente, die im Kind vorhanden sind – schon DA sind und auf diese dann einzugehen und dem Kind dabei behilflich zu sein, diese zu entwickeln, wobei Hilfestellung hier weniger in aktiver Form als mehr in passiver Form förderlich ist:

 

Den Kindern alles `bereitstellen´ was sie zur selbstständigen Entwicklung brauchen und (nur) DA zu sein, wann immer es nach `Anregung´ - Unterstützung verlangt...

 

Das Kind entwickelt aus seiner angeborenen instinktiven Neugier seine Fähigkeiten ganz von alleine. Geht seinen ureigenen Interessen nach und bildet seine Fertigkeiten ganz von selbst aus:

 

Wenn man es lässt!

 

Wenn es den passenden, entsprechenden `Rahmen´dazu bekommt und sich ungehindert und frei darin bewegen kann. Vertrauen in das Kind zu setzen, es in seinen Interessen zu bestärken und dadurch sein Selbstvertrauen zu festigen, sind Grundlegend für die optimale Entwicklung unserer Kinder …

 

Es darf uneingeschränkt unser Bestreben sein, diesen Rahmen für jedes Kind zu schaffen. Jedes Elternpaar, jede Mutter, jeder Vater im einzelnen und die Gesellschaft, die Schulen im gesamten...

 

Schaffen wir es, unsere Gefühle offenzulegen und aus der Überzeugung, die unseren Erfahrungen entspringt zu handeln, unsere Überzeugungen offen und aufrecht in der Gesellschaft zu vertreten, dann werden auch unsere Kinder in ihre Gefühle Vertrauen fassen, ihren eigenen Erfahrungen vertrauen und selbstständig ihre eigenen Überzeugungen entwickeln.

 

Doch Kinder `lernen´ auch durch beobachten, nachahmen und ausprobieren. Nicht durch Worte, die in den Kopf gedrängt werden.

 

Bei allem, was wir einem Kind erklären und erzählen, `spürt´ das Kind dem Verhalten der Erwachsenen `nach´ und kopiert dieses auch. Wenn sich jedoch das Verhalten nicht mit dem verbal vermittelten Inhalten deckt – nicht übereinstimmt, ist es das Verhalten, das aus den dahinterliegenden Empfindungen der Erwachsenen für das Kind spürbar ist. Dieses prägt sich den Kindern ein → Das `versteckte´ wird nachgeahmt...

 

Diese Dynamik kann jeder an sich und seinen eigenen Kindern aber auch an anderen `Beziehungspersonen´ nachprüfen.

 

Denn Kinder lernen auf der Gefühlsebene, über das Herz. Nicht das, was wir ihnen sagen oder teils oft predigen, geht ihnen zu Herzen, sondern die energetische Schwingung, die aus den Emotionen auf das Kind einwirkt, trifft das Kind.

 

Diese energetische Grundstimmung ist viel zu oft noch von Ablehnung gekennzeichnet. So hart das auch klingt. Aber das Kind erfährt: „Du bist nicht gut genug. Du bist nicht fleißig genug. Du bist nicht brav genug. Du bist zu laut, zu unordentlich“ usw. usf...

 

Die Liste dessen was ein Kind im negativen Sinne der Gesellschaft nicht ist oder zu viel ist, lässt sich beliebig lange fortsetzen.

 

Den Kindern wird überall in unserer genormten Gesellschaft suggeriert: „ So wie du bist, bist du nicht in Ordnung!“ Und das schlimmste dabei ist, dass es „SO“ keine Liebe erfährt,ihm jegliche Aufmerksamkeit und Achtung entzogen wird. Es wird in seinem `so´ sein ignoriert, abgelehnt, bestraft, kritisiert, geschimpft aber oft auch geschlagen!

 

GANZ EHRLICH !!!

 

Sieht so die Förderung eines Individuums aus, seine ureigenen Talente und Fähigkeiten zu entfalten???

 

 

Erfreulich für mich und sicher auch für Euch alle zu erfahren, dass die ersten Veränderungen im schulischen sich schon festigen und Früchte tragen. An der Vigelius-Grundschule in Freiburg läuft seit ein paar Jahre ein hervorragendes Projekt, das die Kinder in ihrem Selbst bestärkt. Und ich bin überzeugt, dass dieses `Modell´ auch an in anderen Regionen Schritt für Schritt Schule machen wird. Es ist m.E. ein absolut gelungener Anfang:

 

------ Glück als Unterrichtsfach -----

 

Wir bekommen mit unseren Kindern ein ungeheuer wertvolles Geschenk in die Arme gelegt. Die Seele – das Kind schenkt sich uns mit all seinem Potential. Und wir haben es, wie die vielen Generationen vor uns noch immer nicht recht begriffen und erkannt, WIE wir dieses Geschenk auspacken, ganz zu schweigen davon, dass wir unsere Kindern meist noch nicht einmal als Geschenk erkennen, sondern viele noch als Last empfunden werden.

 

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`Lehren´ wir unseren Kindern Aufrichtigkeit und Achtsamkeit. Lehren wir unseren Kindern das, was selbst unsere Eltern und die Gesellschaft aus Unwissenheit und fehlendem Bewusstsein nicht gelehrt bekam und dadurch auch uns nicht vermitteln konnte...

 

Spüren wir selbst in uns hinein und bringen wir selbst unser ureigenes Potential hervor, ungeachtet dessen, was wir `gelernt´ haben und was andere darüber denken...

 

Stellen wir uns offen mit unseren eigenen Fähigkeiten vor unsere Kinder und machen Ihnen mit unseren Erkenntnissen über die wahrhaften, wesentlichen Dinge den Weg frei...

 

Unsere Kinder brauchen unsere Offenheit, sie brauchen unsere Ehrlichkeit, unseren Mut und unsere Aufrichtigkeit.

 

Sie müssen/möchten spüren, dass das, was sie von uns sehen, hören und vermittelt bekommen `im Ganzen´ übereinstimmt – authentisch ist. Dass das dahinterliegende Gefühl mit den Informationen, die wir vermitteln, übereinstimmt.

 

Sie spüren, wenn wir ihnen etwas vormachen! Sie wissen, wenn sie belogen werden! Sie erkennen blind, wo was nicht zusammenpasst !!!

 

Sie erkennen alles unbewusst, was hinter unseren Masken steckt -

 

und diese Unstimmigkeiten bereiten ihnen Schwierigkeiten! Diese Unstimmigkeiten in uns, die wir vor den Kindern `geheim´ halten wollen, führen bei ihnen zu drastischen Reaktionen, die wir und die Gesellschaft inzwischen auf unterschiedlichste Weise weitreichend erfahren durften...

 

Die sogenannten Problemkinder, die ADHS-Kinder, die Verhaltensgestörten und Psychisch gestörten Kinder...

 

Sie alle zeigen uns nur unsere eigenen versteckten, verborgenen und verleugneten Störungen!!!

 

Sie alle kommen mit dem Zwiespalt, den sie aus der Gesellschaft `erfahren´ nicht klar. Die Diskrepanz zwischen den Gefühlen der Erwachsenen und ihrem Verhalten führt bei den Kindern zu einschneidenden psychischen Verletzungen und im folgenden zu eben jenen Reaktionen ...

 

Darauf mit Kritik, Unverständnis oder gar Gewalt (sei sie psychisch oder physisch) zu reagieren ist auch nur wieder eine Unterdrückung und Verschleierung der eigenen Unsicherheit, der Unstimmigkeiten in uns und der Gesellschaft !!!

 

Auch wenn es Angst und Unsicherheit in uns auslöst, so ist es an der Zeit, diesen in die Augen zu sehen, sie anzuschauen und zu ergründen und zu erkennen, woher Sie gekommen sind. Warum wir sie das ganze Leben unterdrückt und verleugnet haben... die eigenen scheinbaren Fehler – Unzulänglichkeiten einzugestehen und den Kindern offen zu zeigen, dass auch wir Angst haben, dass wir nicht alles wissen und dass das Leben auch uns unsicher machen kann...

 

Wir sind ALLE normalisiert worden. Uns sind allen die Vorstellungen der Gesellschaft aufgedrückt worden. Wir sind alle in diese unpassenden, unbequemen und schmerzhaften Formen gepresst worden die uns Angst machen...

 

und wir sind ALLE unglücklich damit, wir wollen ALLE raus aus dem Korsett, das uns die Gesellschaft verpasst hat!!!

 

Es ist absolut in Ordnung Angst zu haben und die Unsicherheit zu offenbaren. Denn wir alle leben damit !!!

 

Darum ist es FÜR UNSERE KINDER sehr wichtig und auf jeden Fall wert, endlich gerade zu stehen, und ihnen zu zeigen, zu lehren, was es bedeutet, zu seinen Gefühlen zu stehen. Ihnen zu zeigen, was es wahrhaft bedeutet, seine innersten Interessen zu verfolgen. Dass es nicht weh tut, etwas nicht zu können, nur weil andere denken, dass man es können `sollte´... `Weh´ tun in diesem Sinne nur die Gedanken, die man sich selbst darüber macht.

 

Zeigen wir unseren Kindern, dass sie völlig in Ordnung sind, so wie sie sind. Egal welche Talente und Fähigkeiten sie haben und welchen ungewöhnlichen Interessen sie nachgehen wollen. Es muss um Gottes Willen nicht jeder ein Profi in allem sein... das ist einfach ein Irrtum im gesellschaftlichen Denken. Dieses Denken erzeugte massenhaft Mittelmaß auf ganzer Linie mit nur wenigen Ausnahmen. Diese Ausnahmen haben jedoch bei genauerer Betrachtung ihre Talente und Fähigkeiten vollkommen ausgebildet...

 

Sei ein Profi in dem was du am besten kannst. Es ist sicher nicht das, was jeder kann und es ist sicher nicht das, was andere von dir erwarten, verlangen oder fordern...

 

Darum: lassen wir unserer Kinder `Profis´ in dem werden, was Sie am besten können. Ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln... und stehen wir ihnen voll und ganz bei.

 

Die Gaben deines Kindes sind nicht unbedingt mit deinen identisch!

 

Die Gaben deines Kindes sind nicht mit denen des Nachbarkindes oder der Kinder des Bruders, der Schwester identisch!

 

Die Gaben deines Kindes sind nicht mit den geforderten Normen der Gesellschaft in Einklang.

 

Die Begabung deines Kindes zeigt sich dir nur, wenn du achtsam mit deinem Kind umgehst, wenn du es neugierig beobachtest und ihm offen zuhörst ohne abzulehnen, was es dir erzählt!
 

Lass dein Kind ein Profi werden in dem, was seinem eigenen Interesse, seiner Begabung entspricht...

 

Lass dich selbst offen, aufrecht und frei sein ;-)

 

Im Licht und unendlicher Liebe

(c) Monika Anasha

 15. Mai 2015